Brustkrebs Behandlung und Heilungschancen

Brustkrebs ist mit circa 1 Millionen Neuerkrankungen pro Jahr die häufigste Krebserkrankung bei Frauen weltweit. Frauen in Industriestaaten sind vergleichweise häufiger betroffen als Frauen in Afrika oder Asien. Während in den westlichen Industriestaaten die Heilungschancen von Brustkrebs dank innovativer Behandlungsmethoden immer weiter steigen, ist die Sterberate in den ärmeren Ländern hoch.

Themenübersicht dieses Artikels

Welche Faktoren beeinflussen die Heilungschancen bei Brustkrebs?

Grundsätzlich sind die Heilungschancen bei Brustkrebs heute in den westlichen Industrienationen sehr gut. Circa 90% der Brustkrebspatientinnen werden heute geheilt, wenn das Mammakarzinom sehr früh erkannt wird. Im Idealfall ist der Tumor kleiner als 1 cm Durchmesser und hat noch keine Metastasen gebildet. In diesem Stadium der Brustkrebserkrankung bereitet das Krebsgeschwür in der Regel noch keine Beschwerden und ist nur durch bildgebende Verfahren zu diagnostizieren. Aus diesem Grund kommt der Früherkennung von Brustkrebs eine besondere Bedeutung zu.

Aber auch bei Brustkrebspatientinnen bei denen der Brusttumor erst später entdeckt wird, haben heute eine deutlich verbesserte Prognose. Diese wird bei Krebserkrankungen nach einer 5-Jahres-Überlebensrate angegeben. Bei Brustkrebs liegt die Überlebensrate bei über 80%.

Früherkennung von Brustkrebs erhöht die Heilungschancen

In der Regel verursacht der Tumor bei Brustkrebs am Anfang keine Symptome. Darum wird ein Mammakarzinom häufig erst relativ spät entdeckt. Ein Knoten in der Brust kann im Normalfall erst ab einer Grösse von einem bis zwei Zentimetern ertastet werden. Dies ist dann aber eine Späterkennung und keine Früherkennung. Eine Brustkrebs Früherkennung ist somit nur durch eine bildgebende Brustkrebs-Diagnostik zu gewährleisten. Bildgebende Verfahren sind:

  • Die digitale Mammographie
  • Der hochauflösender Ultraschall
  • Magnetresonanztomografie (MRT)

Die Brustkrebs Behandlung

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Brustkrebs wird mittels verschiedener Therapieansätze behandelt, die sich nach Lokalisation, Tumoreigenschaften und Metastasenbildung richten. Je nach Klassifizierung des Tumors und seiner Ausbreitung innerhalb der Brust entscheidet der behandelnde Arzt individuell mit der Patientin, welche Therapieansätze beim vorliegenden Brustkrebs am effektivsten sind und in welcher Reihenfolge sie eingesetzt werden. Dabei ist es wichtig, dass die Therapie innerhalb von 60 Tagen nach Diagnosestellung begonnen wird, um die Heilungs- und Überlebenschancen durch ein fortschreiten der Erkrankung nicht zu verschlechtern.

Die richtige Therapieform wird nach eingehenden Untersuchungen des Tumorgewebes ermittelt. Zu diesem Zweck wird eine Gewebeprobe mittels einer Biopsie entnommen und durch einen Pathologen untersucht, um den Zelltyp des Brusttumors zu bestimmt. Wenn der Brustkrebsspezialist den genauen Typ des Tumors kennt, kann er auch die richtige und gezielte Therapie auswählen.

Die verschiedenen Formen von Brustkrebs

Brustkrebs wird im Wesentlichen in zwei Arten unterschieden. Man unterscheidet In-Situ-karzinome von Invasiven Karzinomen. Während die In-Situ-Tumoren auf das Brustdrüsengewebe begrenzt sind, betreffen die sogenannten Invasiven Tumoren auch schon umliegendes Gewebe und die dazugehörigen Lymphknoten. Dementsprechend kann der Invasive Tumor des Brustkrebs nicht so einfach und sorgfältig entfernt werden, wie ein In-Situ-Tumor.

Der erste Schritt einer erfolgreichen Brustkrebs Behandlung ist oft eine Brustkrebs-OP in der der Tumor möglichst vollständig entfernt wird. Eine Brustkrebs-Operation ist aber niemals das ausschliessliche Mittel der Brustkrebs-Behandlung. Selbst wenn der Tumor vollständig entfernt werden konnte, besteht das Risiko, das vereinzelte Krebszellen in der Brust verblieben sind oder sich über die Lymphbahnen bereits in andere Körperregionen verteilt haben. Die weitere Brustkrebs-Therapie zielt daher auf genau diese Zellen. Falls der Brustkrebs weiter fortgeschritten ist, versuchen die Ärzte über die Brustkrebs-Behandlung für die Patienten möglichst lange eine hohe Lebensqualität zu erhalten.

Neben einer Brustkrebs-Operation setzt sich die weitere Therapie in erster Linie zusammen aus: einer Bestrahlung (bei brusterhaltender Brustkrebs-OP) und einer medikamentösen Brustkrebs-Therapie (adjuvante Brustkrebs-Behandlung). Dabei beginnt die Bestrahlung etwa vier bis sechs Wochen nach der Brustkrebs-Operation, sie kann aber hinausgezögert werden, zum Beispiel wenn Wundheilungsstörungen nach der Brustkrebs-OP auftreten. Die genaue Zusammensetzung der medikamentösen Brustkrebs-Therapie richtet sich nach der exakten Brustkrebs-Diagnose. Sie kann erst nach der Brustkrebs-Operation gestellt werden, sobald der Laborbefund des entnommenen Gewebes vorliegt und dessen Eigenschaften bekannt sind. Zum Teil werden verschiedene Medikamente für die Brustkrebs-Behandlung kombiniert. Möglich sind Hormontherapie (sogenannte Hormonentzugsbehandlung), Chemotherapie und zielgerichtete Antikörper.

Brusterhaltende OP versus Mastektomie

Eine Brustkrebs-Operation ist in den meisten Fällen wichtiger Bestandteil der Brustkrebs-Behandlung. Grundsätzlich werden zwei Methoden unterschieden:

  • brusterhaltende Therapie (BET)
  • vollständige Abnahme der Brust (Mastektomie)

Welche Methode zum Einsatz kommt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Für die Wahl der richtigen Brustkrebs-Therapie hat vor allem die Grösse des Tumors eine wichtige Bedeutung. Je mehr Raum er im Verhältnis zur Brust einnimmt, desto wahrscheinlicher ist es, dass die Ärzte zu einer Mastektomie raten. Denn um den Tumor herum muss ein Saum des gesunden Gewebes entnommen werden. Er sollte mindestens einen Millimeter betragen, bei der Brustkrebs-Frühform DCIS sollten es sogar zwei Millimeter sein. Hier verteilen sich die Krebszellen über die geschlängelten Milchgänge, sodass dieser grössere Sicherheitsbereich bei einer Brustkrebs-Operation eingehalten werden muss, um die Erfolgsaussichten der Behandlung zu erhöhen.

Die Ärzte beurteilen für ihre Empfehlung nicht nur die Erfolgschancen der Brustkrebs-Behandlung, sondern auch das voraussichtliche ästhetische Ergebnis der Operation – falls aufgrund des Krebses viel Gewebe entfernt werden muss, ist es meistens sinnvoller die Brust abzunehmen und wieder neu aufzubauen.

Ein weiterer Indikator gegen eine brusterhaltende Brustkrebs-Operation kann in der Zahl der Tumoren bestehen. Falls der Brustkrebs an mehreren Stellen entstanden ist, ist die Mastektomie Teil der Brustkrebs-Therapie. Das ist auch der Fall, wenn ein sogenanntes inflammatorisches Mammakarzinom vorliegt, bei dem die Brust entzündet aussieht. Hinzu kommt, dass eine brusterhaltende Operation immer mit einer anschliessenden Bestrahlung verbunden ist, um eventuell verblieben Krebszellen zu zerstören.

Manche Betroffenen entscheiden sich bewusst gegen diese Form. Denn dann muss die Brust abgenommen werden, weil sonst die Heilungschancen sinken. Umgekehrt ist die Diagnose Brustkrebs mit grossen Ängsten verbunden. Obwohl die Studienlage zeigt, dass eine Brustkrebs-Behandlung durch eine brustkrebserhaltende Brustkrebs-OP mit anschliessender Bestrahlung das gleiche Rückfallrisiko hat wie eine Mastektomie, wünschen einige Frauen als Brustkrebs-Therapie eine Amputation der Brust, weil sie sich mit dieser Form der Brustkrebs-Operation sicherer fühlen.

Was passiert bei einer brusterhaltenden Brustkrebs-Operation?

Eine brusterhaltende Brustkrebs-OP folgt dem Prinzip, dass der Tumor nach Möglichkeit entfernt werden sollte. Dabei schneiden die Ärzte zusätzlich den sogenannten Resektionsrand heraus. Das ist ein Saum, der zwischen einem und zwei Millimeter breit ist und die Wahrscheinlichkeit erhöhen soll, dass nach der Operation keine Krebszellen mehr in der Brust vorhanden sind – durch die anschliessende weiterführende Behandlung sinkt das Risiko weiter.

Bei der brusterhaltenden Brustkrebs-OP wird das gesunde Drüsengewebe erhalten. Die Ärzte versuchen, auch Brustwarze und Warzenhof zu belassen. Grundsätzlich beachten sie das ästhetische Ergebnis im Rahmen der medizinischen Vorgaben. Denn eine Brustkrebs-Behandlung stellt eine erhebliche psychische Belastung für die Frau dar. Das gilt in besonderem Masse für die damit verbundenen Veränderungen des äusseren Erscheinungsbildes. Sie führen der Betroffenen die Diagnose Brustkrebs nicht nur täglich vor Augen, sondern können zudem dazu führen, dass sich die Frau durch die Brustkrebs-Therapie weniger attraktiv fühlt und ihr Selbstwertgefühl leidet.

Eine anschliessende Bestrahlung ist immer Teil der Brustkrebs-Behandlung, wenn Arzt und Patientin sich gemeinsam für eine brusterhaltende Brustkrebs-Operation entscheiden. In dieser Kombination gilt diese Therapieform als genauso sicher wie eine vollständige Abnahme der Brust. Darüber hinaus hat sie den Vorteil, dass viele Frauen den Erhalt des natürlichen Gewebes als angenehm und weniger belastend empfinden.

Ein weiterer Vorteil ist die geringere Belastung für den Körper. Durch die kleinere Op-Narbe können die Patientinnen das Krankenhaus deutlich früher verlassen. Eine brusterhaltende Brustkrebs-Operation ist allerdings mit dem Risiko verbunden, dass es zu Veränderungen im Gewebe kommt. Es können sich beispielsweise Dellen oder Verhärtungen bilden.

Mastektomie – Abnahme der Brust

Falls als Teil der Brustkrebs-Behandlung eine Abnahme der Brust vorgesehen ist, heisst das nicht, dass die Ärzte das gesamte Gewebe entfernen, wie es noch in den 1970er Jahren der Fall gewesen ist. Bei der Mastektomie wird das Drüsengewebe entnommen, sowie die darüberliegende Haut, Brustwarze und Warzenhof sowie das Bindegewebe des Brustmuskels. Der Brustmuskel selbst bleibt bei dieser Op-Methode jedoch erhalten. In einigen Fällen ist es möglich Brustwarze und Warzenhof auszusparen (nipple-sparing-Mastektomie).

Die Abnahme der Brust ist in zweierlei Hinsicht für die Frau belastender als eine brusterhaltende Brustkrebs-Operation: Das äussere Erscheinungsbild wird stärker verändert, gegebenenfalls wandelt sich das Verhältnis zum eigenen Körper. Das kann auch der Fall sein, wenn im Rahmen der Brustkrebs-Behandlung die Brust wieder aufgebaut wird. Ausserdem ist die Mastektomie ein grösserer Eingriff und eventuell mit stärkeren Schmerzen sowie einer grösseren Narbe verbunden. Es kann zu dauerhaften Bewegungseinschränkungen kommen.

Ein Wiederaufbau nach einer Brustabnahme zieht zudem einen zweiten Eingriff nach sich – erste Schritte für einen Brustaufbau werden teilweise schon direkt im Anschluss an die Brustabnahme während der Brustkrebs-Operation durchgeführt. Frauen, die sich gegen eine Rekonstruktion im Rahmen der Brustkrebs-Behandlung entscheiden, müssen gegebenenfalls mit Problemen im Bewegungsapparat rechnen – das unterschiedliche Gewicht auf beiden Seiten der Brust kann nach einer Brustkrebs-OP zu einer falschen Haltung und daraus entstehenden Schmerzen führen. Derartige Beschwerden können jedoch durch eine Physiotherapie behoben werden.

Bei beiden Formen der Brustkrebs-Operationen als Teil der Brustkrebs-Therapie gibt es Risiken wie Taubheitsgefühle, Überempfindlichkeit im operierten Bereich, Spannungsgefühle durch Narbenbildung oder Lymphödeme – falls als Teil der Brustkrebs-Behandlung bei der Brustkrebs-OP in einem grösseren Umfang Lymphknoten entfernt werden mussten.

Entnahme von Lymphknoten während einer Brustkrebs-Operation

Das Lymphsystem dient dem Abtransport nicht benötigter Flüssigkeit im Körper. Über die Lymphbahnen können Krebszellen daher in jede Region gelangen. Umso wichtiger ist es, bei einer Brustkrebs-OP festzustellen, ob die nächstgelegenen Lymphknoten bereits befallen sind. Denn davon hängt auch die Zusammenstellung der anschliessenden Brustkrebs-Therapie ab.

Ob und wie viele Lymphknoten bei einer Brustkrebs-Operation entnommen werden, entscheidet der Arzt nach der Art des Krebses und dem vermuteten Risiko eines Lymphknoten-Befalls. Es wird nur selten vollständig darauf verzichtet, Lymphknoten zu entfernen, etwa wenn es sich lediglich um eine Krebsvorstufe handelt und der behandelnde Arzt das Risiko als so gering einschätzt, dass er auf den erweiterten Eingriff bei der Brustkrebs-OP verzichten will.

Im umgekehrten Fall, wenn der Brustkrebs bereits fortgeschritten ist und Metastasen gebildet hat, ist es ebenfalls nicht nötig, Lymphknoten zu entnehmen, um Informationen für die Brustkrebs-Behandlung zu gewinnen – dass sich die Krebszellen verteilt haben, ist bereits bekannt. Bei der Brustkrebs-OP werden daher Lymphknoten nur entfernt, falls eine weitere Ausbreitung der Metastasen in der Achselhöhe unterbinden werden soll und um und eventuelle Beschwerden durch diese Brustkrebs-Therapie zu lindern.

In den meisten Fällen beschränken sich die Chirurgen bei einer Brustkrebs-Operation zunächst darauf, einen Lymphknoten herauszuoperieren. Sie wählen dafür den Lymphknoten, der dem Tumor am nächsten ist, und untersuchen ihn während der Brustkrebs-OP direkt unter dem Mikroskop. Er wird als Sentinel-Lymphknoten oder Wächterlymphknoten bezeichnet. Liegen keine Krebszellen vor, ist es nicht nötig, weitere Lymphknoten zu entfernen. Die Ärzte gewinnen daraus eine wichtige Information für die anschliessende Brustkrebs-Therapie: Das Risiko, dass sich Krebszellen über die Lymphbahnen verteilt haben, ist als gering einzuschätzen. Stellt sich allerdings heraus, dass der Brustkrebs bereits beim Wächterlymphknoten angelangt ist, werden weitere Lymphknoten entnommen und ebenfalls untersucht.

Brustkrebs-Nachsorge

Eine regelmässige Brustkrebs-Nachsorge gehört mittlerweile zur Standardbehandlung von Brustkrebs. Die Brustkrebs-Nachsorge greift dann, wenn die Primärtherapie, also die Entfernung des Tumors, beendet ist. Die Brustkrebs-Nachsorge ist wichtig, um die laufende Therapie des Brustkrebs kontrollieren zu können. Dazu gehören die Untersuchungen des betroffenen Gebietes durch bildgebende Verfahren, um möglicherweise neu auftretende Tumoren schnellstmöglich behandeln zu können.

Durch die regelmässige Brustkrebsnachsorge können ausserdem Nebenwirkungen der bestehenden Therapie kontrolliert werden und der Verlauf der Krankheit im Blick zu behalten. Die Beobachtung durch die Brustkrebs-Nachsorge unterstützt den sogenannten „fighting spirit“. Der zwar wissenschaftlich noch nicht als wirksam bewiesen werden konnte, aber dennoch einen entscheidenden Einfluss auf den positiven Verlauf des Brustkrebs zu haben scheint.