PRK (Photorefraktive Keratektomie) - Medizinische Experten

Die Photorefraktive Keratektomie (abgekürzt PRK) ist eine Methode der refraktiven Chirurgie und eine Alternative zu LASIK, LASEK und jüngeren Verfahren wie ReLEx SMILE. Bei allen genannten Verfahren wird die Hornhaut des Auges mittels Laser gezielt neu modelliert, um ihre Wölbung zu ändern und damit bestehende Fehlsichtigkeiten zu korrigieren.

Weitere Informationen zur PRK finden Sie im Text weiter unten.

Übersicht

Empfohlene Spezialisten

PRK (Photorefraktive Keratektomie) - Weitere Informationen

Definition: Was ist eine Photorefraktive Keratektomie (PRK)?

Als Photorefraktive Keratektomie – kurz PRK – wird ein Verfahren der refraktiven Chirurgie bezeichnet, bei dem mit einem Laser die Hornhautoberfläche abgetragen wird, um eine Änderung der Hornhautkrümmung zu erreichen. Das optimale Ergebnis der Photorefraktiven Keratektomie wie auch der anderen Methoden ist die scharfe Sicht ohne Brille oder Kontaktlinsen. Keratektomie bedeutet so viel wie die Entfernung von Anteilen der Hornhaut. Das beschreibende Adjektiv photorefraktiv bedeutet, dass die Prozedur die Lichtbrechungseigenschaften der Hornhaut optimiert. Eine ausreichend dicke Hornhaut ist dabei eine wesentliche Voraussetzung für die Durchführung einer PRK. Mithilfe einer PRK können Fehlsichtigkeiten wie die Kurzsichtigkeit und die Weitsichtigkeit korrigiert werden.

Die Photorefraktive Keratektomie ist das älteste laserchirurgische Verfahren zur Korrektur der Hornhautbrechkraft. Ihre Vorgänger waren in den 1960er und 1970er Jahren Methoden, bei denen die Hornhautoberfläche mit mechanischen Instrumenten bearbeitet wurde. Voraussetzung für die PRK war die Erfindung des Excimer-Lasers, dessen energiereiche UV-Pulse biologische Gewebe präziser abtragen können als die feinste mechanische Klinge. Die ersten therapeutischen Anwendungen der PRK fanden in Deutschland in den späten 1980er Jahren statt. Weiterentwicklungen der PRK sind die LASEK, die Epi-Lasik und die Trans-PRK. Da kein Einschnitt in das Hornhautstroma erfolgt wie bei der Lasik, werden diese Verfahren auch Oberflächenverfahren genannt.

Vor der Behandlung

Vor der Behandlung wird die Hornhautoberfläche vermessen. Der Computer berechnet den nötigen Materialabtrag für die Modellierung der neuen Oberfläche, deren Wölbung die momentan bestehende Fehlsichtigkeit aufhebt. Bei Kurzsichtigkeit ist die Brechkraft von Hornhaut und Linse des Auges im Verhältnis zur Länge des Augapfels zu stark; hier wird Gewebe im Zentrum der Hornhaut abgetragen, um die Wölbung zu verringern. Bei Weitsichtigkeit ist die Brechkraft zu schwach, entsprechend wird Gewebe in den Randbereichen der Hornhaut abgetragen, um die Wölbung zu erhöhen. Bei einer zusätzlich bestehenden Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) wird die Brechkraft in einer Krümmungsachse anders als in der 90° dazu befindlichen Achse verändert.

Ablauf der Photorefraktiven Keratektomie

PRK, LASIK und LASEK werden heute oft mit derselben rechnergesteuerten Kombination aus Operationsmikroskop und Lasergerät durchgeführt. Den Fortgang der Prozedur kontrolliert der Operateur auf einem Monitor. In Vorbereitung der kurzen Operation wird das Auge lokal betäubt und die Lider werden mit einem Lidsperrer offengehalten. Dann wird das Hornhautepithel, die dünne oberste Schicht der Hornhaut, mit einer feinen chirurgischen Klinge abgetragen.

In der zweiten Phase wird das freigelegte Hornhautgewebe mit dem computergesteuerten Strahl des Excimer-Lasers Punkt für Punkt neu modelliert. Dabei sorgt die Kopplung mit einem Eyetracking-System dafür, dass der Laserstrahl jede Augenbewegung mitmacht. Das Hornhautgewebe verdampft ohne nennenswerte Wärmefreisetzung, so dass benachbarte Gewebeteile nicht geschädigt werden. Die Modellierung ist in etwa einer Minute abgeschlossen.

Anschliessend wird nach allen Durchführungsarten der PRK eine therapeutische Kontaktlinse als Wundverband auf das Auge aufgesetzt, unter der sich das Hornhautepithel innerhalb einiger Tage neu bildet. Ausserdem wird eine Kombination von antibiotischen und cortisonhaltigen sowie schmerzstillenden Augentropfen appliziert.

Die Augen können entweder in einer Sitzung oder in zwei Sitzungen behandelt werden. Die Heilungszeit beträgt 5 bis 7 Tage, in dieser Zeit besteht ein mässiges Brennen und eine Lichtempfindlichkeit des/der Auges/en. Die Sehkraft schwankt noch und erreicht anders als bei der Lasik erst nach 6 bis 12 Wochen seine Stabilität.

US Navy 100217-N-7032B-023 Capt. David J. Tanzer, specialty leader of Navy Refractive Surgery and director of Refractive Surgery Program at Naval Medical Center San Diego, performs a photorefractive keratectomy (PRK) at Naval T

Was ist nach der PRK zu erwarten?

Während Sie nach LASIK oft schon einen Tag nach dem Augenlasern praktisch beschwerdefrei sind und bereits einen deutlichen Eindruck von Ihrem verbesserten Sehvermögen haben, müssen Sie nach der PRK mit einer etwas längeren Heilungsphase rechnen.

In der ersten Woche nach dem Eingriff werden wahrscheinlich Schmerzen und das Gefühl eines Fremdkörpers im Auge auftreten. Beeinträchtigungen des Sehens (verschwommenes und/oder verschleiertes Sehen, Blendempfindlichkeit, Halos) können mehrere Wochen anhalten. Das Hornhautepithel wächst in etwa einer Woche nach und Sie dürfen die Verbandskontaktlinse abnehmen.

Bis zum Erreichen der endgültigen Sehleistung vergehen meist drei bis vier Wochen. Das Endergebnis der Photorefraktiven Keratektomie ist ähnlich zuverlässig wie das von LASIK. Langzeitnebenwirkungen sind seltener. Das Auftreten von Schleiern im Gesichtsfeld lässt sich durch die Anwendung von Mitomycin C verhindern: Das Chemotherapeutikum wird direkt nach der PRK-Operation eingetropft. Es unterbindet die unkontrollierte Wucherung von Narbengewebe auf der Hornhautwunde und sorgt so für einen geordneteren Heilungsprozess.

Unterschiede zwischen PRK (Photorefraktiver Keratektomie), LASEK und LASIK

PRK, LASEK und LASIK unterscheiden sich in der ersten Phase der Laserbehandlung. Im Gegensatz zur PRK, bei der nicht versucht wird, das Hornhautepithel zu erhalten, wird es bei LASEK mit Alkohol vorsichtig abgelöst, beiseitegeschoben und am Ende der Behandlung wieder über die Hornhaut gezogen. Bei LASIK wird ein sogenannter Flap, ein etwas dickerer „Deckel“, aus der Hornhaut geschnitten, aufgeklappt und nach der Behandlung wieder zurückgesetzt.

Die Hoffnungen, dass die Erhaltung des Hornhautepithels die Heilung nach LASEK beschleunigt und die auftretenden Schmerzen verringern könnte, werden nicht erfüllt. Damit bietet LASEK gegenüber der PRK eigentlich keine Vorteile mehr und hat entsprechend an Bedeutung verloren. Nach einer LASIK-Prozedur erholt sich das Sehvermögen wesentlich schneller als nach der PRK und es treten kaum Schmerzen auf.

Damit erschien das LASIK-Verfahren einige Zeit als die bei ausreichender Hornhautdicke zu bevorzugende Alternative. Langzeitbeobachtungen haben jedoch gezeigt, dass die Hornhaut durch das Schneiden des Flaps stärker und bleibender geschädigt wird als ursprünglich angenommen. So kann es vorkommen, dass der Flap bei Stössen, hohen Beschleunigungen und anderer Beanspruchung auch längere Zeit nach der Operation plötzlich verrutscht oder sich wieder ablöst.

Selten können Epithelzellen unter dem Flap einwachsen und die Hornhaut trüben, oder es kann durch Einwanderung von Keimen zu gefährlichen Entzündungen in den tieferen Regionen der Hornhaut kommen. Weiterhin treten nach LASIK etwas öfter Probleme mit der Qualität des Sehens auf: Blendempfindlichkeit und Halos um Lichtquellen können trotz optimaler Sehschärfe das Ergebnis des Augenlaserns erheblich beeinträchtigen. Zudem führt LASIK durch Schädigung der Hornhautnerven beim Schneiden des Flaps sehr häufig zeitweise und seltener auch permanent zu trockenen Augen. In den permanenten Fällen kann diese Symptomatik sehr unangenehm werden.

Wann sollte eine Photorefraktive Keratektomie nicht durchgeführt werden?

Wesentliche Voraussetzung für die Durchführung einer PRK ist eine ausreichend dicke Hornhaut. Eine zu dünne Hornhaut gilt definitiv als Kontraindikation. Als Grenzwert gilt eine verbleibende Restdicke nach der Behandlung von mindestens 250 µm, das Epithel nicht mitgerechnet (ca. 70 µm). Berechnet wird diese Restdicke aus der Hornhautdicke abzüglich der maximalen Abtragstiefe.

Eine PRK sollte ebenfalls nicht bei chronisch fortschreitenden Hornhauterkrankungen durchgeführt, z.B. beim Keratokonus oder bei der pellucidären Hornhautdegeneration. Hier verbietet sich die reine PRK-Behandlung, da die Hornhaut weiter geschwächt und sich das Krankheitsbild verschlechtern würde. Es wird aber in letzter Zeit die PRK zur Korrektur der Fehlsichtigkeit mit einem cross-linking (Hornhautversteifung) kombiniert, was gute Ergebnisse zeigt.

Für wen ist die PRK geeignet?

Die PRK ist für jede(n) Fehlsichtige(n) mit

  • Myopie (Kurzsichtigkeit) bis ca. -6 Dioptrien
  • Hyperopie (Weitsichtigkeit) bis ca. +3 Dioptrien
  • Astigmatismus (Hornhautverkrümmung) bis +/- 3 Dioptrien

geeignet, der/die die generellen Voraussetzungen für die Machbarkeit refraktiver Laserchirurgie erfüllt. Dazu gehören

  • eine Hornhautdicke von mindestens 480 Mikrometern
  • die Freiheit von entzündlichen oder degenerativen Hornhauterkrankungen (Keratokonus)

Besonders empfohlen wird die PRK aufgrund ihres „sparsamen“ Umgangs mit der Hornhaut für Patienten mit grenzwertiger Hornhautdicke. Sportlern, Soldaten und allen anderen, die in Beruf oder Hobby einem erhöhten Risiko von Stürzen, Stössen oder hohen Beschleunigungen ausgesetzt sind, bei denen sich der LASIK-Flap lösen könnte, wird ebenfalls die PRK nahegelegt. Nach der Einführung von LASIK blieb die Anwendung der Photorefraktiven Keratektomie eine Zeitlang überwiegend auf solche Fälle beschränkt.

Heute wächst die Beliebtheit der Prozedur bei Augenärzten und Patienten wieder. 2007 hatte die PRK in Europa einen Anteil von lediglich etwa 2 Prozent an der Gesamtheit der refraktärchirurgischen Prozeduren, mit 85 Prozent dominierte LASIK den Markt. 2014 zogen LASIK und PRK mit rund 40 beziehungsweise 35 Prozent fast gleichauf (diese Daten stammen aus dem europäischen Register EUREQUO, dem Augenärzte aus 14 Ländern auf freiwilliger Basis zwischen 2004 und 2014 Daten von etwa 25.000 refraktärchirurgischen Eingriffen meldeten).

Risiken bei einer Photorefraktiven Keratektomie (PRK)

Allgemeine Risiken bei jeder Art von refraktiver Chirurgie sind ein trockenes Auge und je nach Excimerlaser-Profil (Standard, wellenfrontoptimiert, wellenfrontgeführt) eine Einschränkung des Dämmerungs- und Nachtsehens durch reduzierte Kontrastsensitivität, Blendung (Glanzeffekte) und Lichthöfe, dies aber in den allermeisten Fällen nur in den ersten Wochen nach der PRK.

Auftreten können nach einer PRK ausserdem kurz- bis langfristige Über- oder Unterkorrekturen, sowie - heute sehr selten - eine Verringerung der bestkorrigierten Sehschärfe bei Dezentrierung des Abtrags. Durch die modernen Blickverfolgungssysteme (eyetracker) wird heute eine Dezentrierung nahezu unmöglich.

In weniger als 0,5 Prozent kann eine Keratektasie (isolierte Ausbeulung der Hornhaut) entstehen, die durch cross-linking oder wenn nicht anders möglich durch eine Keratoplastik (Hornhauttransplantation) korrigiert werden muss.

Nachsorge, Sport und Autofahren nach einer Photorefraktiven Keratektomie (PRK)

Wie bei allen refraktiven Eingriffen ist auch bei der PRK eine Nachsorge in den ersten 6 bis 12 Monaten mit Tränenersatzmitteln zur Linderung der Symptome des trockenen Auges unabdingbar. Kontaktsportarten wie (Kick)-Boxen, Karate etc. sollten möglichst in den ersten 6 Wochen vermieden werden. Autofahren nach einer PRK ist nach ca. 4 bis 6 Wochen möglich.

Autor: Dr. med. Wolfgang Hanuschik

Standorte der Spezialisten

Klinikstandorte
Flughäfen