Kehlkopfkrebs - Medizinische Experten

Kehlkopfkrebs oder Larynxkarzinom beziehungsweise Larynxtumor nennt man einen im Kehlkopf angesiedelten bösartigen Tumor. Er ist der häufigste im Kopf-Hals-Bereich vorkommende Krebs. Von der malignen Gewebewucherung sind hauptsächlich Männer über 65 betroffen. Kehlkopfkrebs kann mitunter einen Verlust der Stimme verursachen.

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Kehlkopfkrebs - Weitere Informationen

Was ist Kehlkopfkrebs?

Als Kehlkopf bezeichnet der Mediziner den Teil des Halses, der das Sprechen und Atmen ermöglicht. Der Kehlkopf befindet sich dort, wo der Rachen in Speiseröhre und Luftröhre übergeht. Der bösartige Larynxtumor tritt in drei Formen auf:

  • Das glottische Kehlkopfkarzinom befällt die Stimmbänder (Glottis) und ist der am häufigsten auftretende Kehlkopfkrebs.
  • Der supraglottische Kehlkopfkrebs ist oberhalb der Stimmlippen lokalisiert.
  • Beim supraglottischen Larynkarzinom befindet sich der Tumor unterhalb der Stimmlippen.

In fortgeschrittenen Stadien bildet das Kehlkopfkarzinom Metastasen in den benachbarten Lymphknoten und später dann in weiter entfernten Regionen des Körpers. 5 Jahre nach der Kehlkopfkrebs-Diagnose leben noch 6 von 10 Betroffenen.

Ursachen und Risikofaktoren für Kehlkopfkrebs

Rauchen gilt als Hauptrisikofaktor für die Entstehung des bösartigen Tumors. Ausserdem trägt der übermässige Konsum von Alkoholika dazu bei, dass das Larynxkarzinom immer häufiger auftritt. Kommen beide Risikofaktoren zusammen, ist die Wahrscheinlichkeit noch höher, im Laufe des Lebens an dem malignen Halstumor zu erkranken. Rauchen und Alkohol haben sogar einen direkten Einfluss auf die Bildung der krankhaft veränderten Zellen.

Ausserdem kann eine Ansteckung mit humanen Papillom Viren (HPV) das Auftreten von Larynxtumoren begünstigen. Auch toxische chemische Substanzen wie Chrom, Arsen, Asbest, Nickel und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAKs) erhöhen das Risiko, später an einem Kehlkopfkrebs zu erkranken. Der Betroffene kommt aus beruflichen Gründen oder in seinem eigenen Zuhause (verbaute Asbestzementplatten) mit den gefährlichen Stoffen in Kontakt.

Kehlkopfkrebs kann auch genetisch bedingt sein.

Symptome von Kehlkopfkrebs

An welchen Symptomen sich Kehlkopfkrebs erkennen lässt, richtet sich danach, an welcher Stelle im Kehlkopf er sich befindet. Ausserdem zeigt sich die Erkrankung noch mit weniger spezifischen Anzeichen wie

  • blutigem Auswurf
  • starkem Mundgeruch
  • allgemeiner Gewichtsabnahme ohne andere Ursache

Stimmband-Karzinome lassen sich schon im Frühstadium gut diagnostizieren, da der Patient wegen der unbeweglichen Stimmlippen anhaltend heiser ist und sich oft räuspern muss. Weitere Kehlkopfkrebs-Anzeichen sind dauerhaftes Kratzen im Hals und chronischer Husten. In der Folgezeit kommen noch deutlich hörbare Atemgeräusche und Atemnot hinzu.

Supraglottische Tumore lassen sich meist erst spät erkennen. Die Erkrankten

  • haben angeschwollene Halslymphknoten
  • leiden an Schluckstörungen
  • haben bis in die Ohren ausstrahlende Schmerzen
  • haben ein Fremdkörpergefühl ("Kloss") im Hals

Unterhalb der Glottis (Stimmritze) angesiedelte Kehlkopftumore machen sich in Form von Atembeschwerden bemerkbar, wenn sie in die Luftröhre hineinwachsen. Die Patienten sprechen mit heiserer Stimme, wenn auch noch die Stimmritze betroffen ist.

Sollten Sie bei sich eine länger als 3 Wochen andauernde Heiserkeit ohne erkennbare andere Ursache (Halsentzündung) oder andere Symptome feststellen, kontaktieren Sie bitte schnellstmöglich einen Hals-Nasen-Ohren-Spezialisten.

Diagnose von Kehlkopfkrebs

Hat der untersuchende Facharzt den Verdacht, dass sein Patient an einem Larynxtumor leidet, führt er zuerst eine Kehlkopfspiegelung (Laryngoskopie) durch. Das geschieht mithilfe einer Speziallupe und einem Spiegel. Beim Abtasten des Halses lassen sich mitunter auch geschwollene Lymphknoten feststellen.

Eine Mikrolaryngoskopie liefert ihm weitere Informationen. Der Arzt sieht, ob der Tumor nach innen, aussen oder unter der Schleimhaut wächst, ob die Stimmbänder noch beweglich sind und so weiter.

Nachdem der Facharzt dem Kranken eine Vollnarkose verabreicht hat, schaut er sich dessen gesamten Kehlkopf mit einem schmalen röhrenähnlichen Instrument (Laryngoskop) genauer an und entnimmt etwas Gewebe, das er dann im Labor auf Krebszellen untersuchen lässt.

Bildgebende Technologien wie Computertomografie (CT) und Kernspintomografie (MRT) zeigen die genaue Lokalisation und das bisherige Ausmass des Tumors.

Eine Gewebeprobe (Biopsie) aus dem geschwollenen Lymphknoten gibt Auskunft, ob der Krebs bereits dort metastasiert hat. Ausserdem muss der HNO-Facharzt abklären, ob der Patient noch einen weiteren bösartigen Tumor in der Speiseröhre oder der Lunge hat. Dazu nimmt er eine Speiseröhren- und eine Bronchial-Spiegelung (Bronchoskopie) vor.

Ein Röntgenbild der Lunge zeigt Grösse und Lage der Tochtergeschwulst.

Medizinische Behandlung des Kehlkopfkrebses

Die Kehlkopfkarzinom-Therapie ist davon abhängig, wo sich die Geschwulst befindet und wie gross sie ist. Je nachdem, in welchem gesundheitlichen Zustand sich der Patient befindet, wie alt er ist und in welchem Stadium der Krebs ist, entscheidet sich der Facharzt für einen operativen Eingriff oder/und eine Strahlen- oder Chemotherapie. Mitunter kommen letztere auch zusammen zum Einsatz.

Kehlkopfkrebs im Anfangsstadium hat eine günstige Prognose, da man ihn oft vollständig herausoperieren kann. Befindet er sich an einer gut über den Mund zugänglichen Stelle, schneidet man den Tumor während der partiellen Laryngektomie entweder mit dem Laryngoskop oder per Laser heraus. Ist das nicht möglich, öffnet man den Kehlkopf mit dem Skalpell. Das minimal-invasive Verfahren hinterlässt nur einen kleinen Schnitt und schont gesundes Gewebe bestmöglich.

Damit der Patient nach der Operation ausreichend Luft bekommt, legt man an der Hals-Vorderseite eine künstliche Atemöffnung (Tracheostoma) an. Liegt das Operationsgebiet sehr ungünstig, ist der Patient gezwungen, sie lebenslang zu benutzen.

In fortgeschrittenen Stadien befindliche Kehlkopftumore lassen sich nur noch durch eine vollständige Entfernung des Kehlkopfes (Laryngektomie) behandeln. Sind bereits die Hals-Lymphknoten befallen, müssen auch sie herausgenommen werden. Die Patienten sind nach dem chirurgischen Eingriff nicht mehr imstande, eigenständig zu atmen und zu sprechen und erhalten daher ein Tracheostoma und eine elektronische Sprechhilfe. Eine spezielle Sprachtherapie ermöglicht es manchen von ihnen, ihre Speiseröhre zum Sprechen zu nutzen. Auch das Einsetzen einer Stimmprothese ist eine denkbare Option, die eingeschränkte Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.

Um im Körper eventuell noch vorhandene Tumorzellen abzutöten, setzt man die Strahlentherapie oder alternativ Chemotherapeutika (konservative Behandlung) ein. Sie kommen mitunter auch bei einem Kehlkopfkrebs im Anfangsstadium zur Anwendung. Wäre eine Operation mit einem erhöhten Risiko für den Krebskranken verbunden, bleibt dem Arzt nur noch die konservative Therapie als einzige Behandlungsmöglichkeit.

In den auf die Operation folgenden 5 Jahren muss sich der Patient regelmässigen Kontrolluntersuchungen unterziehen. Je früher man das Larynxkarzinom entdeckt, desto grösser sind die Chancen, dass der Erkrankte wieder völlig gesund wird. Ausserdem muss der Chirurg dann nur meist einen kleinen Teil des Kehlkopfes entfernen. Jüngere Patienten in gutem Allgemeinzustand haben eine günstigere Prognose als ältere Menschen, die noch an weiteren Erkrankungen leiden.

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