Hornhautverkrümmung OP - Medizinische Experten

Bei einer Hornhautverkrümmung hat die Hornhaut des Auges eine unregelmässige Form. Dadurch wird das auf das Auge fallende Licht nicht richtig gebündelt. Der oder die Betroffene leidet unter einer verzerrten und unscharfen Sicht. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Hornhautverkrümmung zu behandeln. Weitere Informationen hierzu finden Sie weiter unten.

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Hornhautverkrümmung OP - Weitere Informationen

Eine Hornhautverkrümmung ist in den meisten Fällen angeboren und sollte möglichst früh durch Sehhilfen korrigiert werden. Es kann jedoch auch vorkommen, dass die Hornhautverkrümmung operiert werden muss. Dafür kann diese entweder durch einen Laser korrigiert oder eine Linse ersetzt werden. Alternativ wird neue Hornhaut verpflanzt. Im Normalfall verändert sich die Hornhautverkrümmung nicht und bleibt konstant.

Die Hornhautverkrümmung

Die Hornhautverkrümmung wird häufig auch als Astigmatismus oder Stabsichtigkeit bezeichnet. Das ist jedoch nicht ganz korrekt, da Astigmatismus auch andere Gründe haben kann. Dennoch ist eine Hornhautverkrümmung der häufigste Grund für Stabsichtigkeit. 

Normalerweise bündelt die Hornhaut das Licht und fokussiert sie auf einen einzelnen Punkt auf der Netzhaut. Bei einer Hornhautverkrümmung wird das Licht auf der Netzhaut verzerrt abgebildet, da es unregelmässig gebündelt wird. Das führt zu einer unscharfen Sicht.

Die Hornhautverkrümmung macht sich erst bei stärkerer Ausprägung bemerkbar durch:

  • unscharfes Sehen in Nähe und Ferne (im Gegensatz zur Kurz- oder Weitsichtigkeit, bei denen nur eines betroffen ist)
  • Kopfschmerzen
  • Augenschmerzen
  • bei Kindern: eventuelle Abnahme der Sehkraft

Ursachen und Behandlung einer Hornhautverkrümmung

Eine Hornhautverkrümmung ist in den meisten Fällen angeboren. Manchmal tritt sie jedoch auch erst im Erwachsenenalter auf. Dann kann sie durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden:
  • Narben oder Geschwüre auf der Hornhaut (zum Beispiel durch Verletzungen oder Infektionen)
  • Hornhautkegel oder Keratokonus (Wölbung der Hornhaut zu einem Kegel; passiert in mehreren Schüben und macht sich meist zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr bemerkbar)
  • chirurgische Eingriffe am Auge (zum Beispiel bei der Operation von grünem Star)

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Hornhautverkrümmung zu behandeln. Zum einen kann man unterschiedliche Sehhilfen ausprobieren. Dazu gehören Brillen mit einem speziellen Zylinderschliff und weiche gewölbte Kontaktlinsen, die sich von selbst auf der verkrümmten Hornhaut ausrichten. Ausserdem gibt es auch harte Kontaktlinsen, welche die Hornhaut wieder richtig hinbiegen. Darüber hinaus kann eine Hornhautverkrümmung auch operiert werden. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die Hornhautverkrümmung kann mit einer Laseroperation, einem Linsenersatz oder einer Hornhautverpflanzung korrigiert werden. Welches Verfahren gewählt wird, sollte vorher mit dem Augenarzt besprochen werden.

Laseroperation bei einer Hornhautverkrümmung

Mittlerweile gibt es die Möglichkeit, die Hornhautverkrümmung weglasern zu lassen. Dafür wird das Auge des Patienten mit speziellen Augentropfen betäubt. Der Patient verspürt so während der Operation keinerlei Schmerzen. Es gibt verschiedene Methoden, die ein Augenarzt nun anwenden kann. Bei der photorefraktiven Keratektomie (PRK) wird das Innere der Hornhautoberfläche so mit dem Laser abgetragen, dass die Unebenheiten ausgeglichen werden. So wird die Fehlsichtigkeit korrigiert. Die laserepitheliale Keratomileusis (LASEK) ist eine Weiterentwicklung der PRK. Hierbei wird die Oberfläche der Hornhaut mit 20-prozentigem Alkohol benetzt und anschliessend als intakter Zellverband zur Seite geschoben. Nach dem Lasern kann die Oberfläche wieder zurück an ihre alte Stelle geschoben werden. Bei der Laser-in-situ-Keratomileusis (LASIK) trennt der Arzt mit einem dünnen Skalpell die obere Schicht der Hornhaut ab und klappt sie nach oben. Dann wird das Innere der Hornhaut mit einem speziellen LASIK-Laser so abgeschliffen, dass die Fehlsichtigkeit ausgeglichen wird. Abschliessend wird der Hornhautdeckel wieder zurückgeklappt. Nach der Operation schwankt das Sehvermögen für etwa vier bis sechs Wochen noch etwas. Danach sollte sich dieses jedoch stabilisieren. Direkt nach dem Eingriff kann das Auge vermehrt tränen, allerdings sind keine starken Schmerzen zu erwarten.

Refraktiver Linsenersatz bei einer Hornhautverkrümmung

Der refraktive Lisnenersatz (RLE) ist eine OP, die meist nur bei sehr starken Sehfehlern eingesetzt wird. Solche können beispielsweise nicht mit LASIK behandelt werden. Für diese Operation müssen einige Voruntersuchungen gemacht werden, bei denen ermittelt wird, welche Linse geeignet ist. Die Hornhaut bleibt bei der Operation so wie sie ist und nur die Linse wird ersetzt. Die natürliche Linse wird mit einem Ultraschall schmerzfrei zerstört. Anschliessend wird sie abgesaugt und durch eine künstliche Linse (Intraokularlinse) ersetzt. Die Linse ist so geformt, dass die Hornhautverkrümmung damit ausgeglichen wird. Die Operation gilt als vorhersehbar und unkompliziert, da sie schon seit vielen Jahren durchgeführt wird. Sie ist insgesamt schmerzfrei und eventuelle Nachkorrekturen lassen sich leicht durchführen. Meist dauert der Krankenhausaufenthalt nicht länger als eine Woche an. Es kann sein, dass Patienten für eine Weile keinen Sport machen und sich auch erst einmal nicht schminken dürfen.

Hornhautverpflanzung bei einer Hornhautverkrümmung

Manchmal bleibt als letzter und einziger Ausweg nur eine Hornhautverpflanzung. Dieses Operationsverfahren wird dann genutzt, wenn weder Sehhilfen noch die anderen Verfahren Abhilfe schaffen können. Dabei bekommt der Patient die Hornhaut eines Spenders eingesetzt. Diese wird auch als Keratoplastik bezeichnet. Die Spenderhornhaut wird zuvor sorgfältig auf übertragbare Krankheiten getestet. Die Operation kann unter Vollnarkose stattfinden, es kann aber auch nur das Auge betäubt werden. Die alte Hornhaut wird mit einem Schneidegerät entfernt. Daraufhin wird eine genau angepasste Spenderhornhaut mit haardünnen Fäden eingenäht. Die Fäden werden meist erst nach einem Jahr entfernt. In manchen Fällen kann es jedoch sein, dass sie früher oder später entfernt werden müssen. Während die Fäden sich noch im Auge befinden, kann die endgültige Sehschärfe noch nicht erreicht werden. Deshalb müssen die Patienten lange warten, bis sie die tatsächlichen Ergebnisse der Operation erfahren können. Es kann dazu kommen, dass der Körper die Spenderhornhaut abstösst. Das führt zu einer Eintrübung der Hornhaut. Ausserdem kann die alte Krankheit auch auf die neue Hornhaut übergreifen. Es ist jedoch in den meisten Fällen möglich, erneut eine Hornhautverpflanzung durchzuführen.

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