AMD (Altersbedingte Makuladegeneration) - Medizinische Experten

Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) ist die häufigste Erkrankung der Makula, bei der das Gewebe der Netzhaut allmählich abstirbt. Die Makula wird auch gelber Fleck (lateinisch: macula lutea) genannt. Der gelbe Fleck ist der Bereich der Netzhaut im Auge, der die meisten Sehzellen aufweist. Der gelbe Fleck eines Erwachsenen hat einen Durchmesser von etwa 3 bis 5 Millimeter. Die Makula ist für die Farbwahrnehmung und für das scharfe Sehen zuständig.

Weitere Informationen zur altersbedingten Makuladegneration finden Sie weiter unten.

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AMD (Altersbedingte Makuladegeneration) - Weitere Informationen

Die AMD ist eine Abnutzungserscheinung an der Stelle des schärfsten Sehens. Sie tritt bei Menschen über 60 Jahren auf und ist oft mit schweren Sehstörungen verbunden. In Deutschland sind rund 4,5 Millionen Menschen von der Netzhauterkrankung betroffen. Die altersbedingte Makuladegeneration ist von der Makuladegeneration durch genetischen Defekt oder andere Ursachen abzugrenzen.

Welche Formen der AMD gibt es?

Es gibt die trockene und die feuchte Makuladegeneration. Die trockene Form tritt häufiger auf und betrifft etwa 80 Prozent der Patienten.

Das charakteristische Merkmal der trockenen Form sind sogenannte Drusen, die sich insbesondere unter dem gelben Fleck ansammeln (siehe Bild). Drusen sind fettartige Ablagerungen und eine normale Alterserscheinung. Wenn sie jedoch grössere Verbände bilden, können sie eine feuchte Makuladegeneration auslösen und den Verlauf der Krankheit beschleunigen. Bei der selteneren feuchten Form entstehen neue instabile Blutgefässe unter der Makula, die die Netzhaut zerstören.

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Von Ipoliker - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

Welche Ursachen hat die AMD?

Eine AMD ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass der Abtransport von Stoffwechselprodukten im Auge mit zunehmendem Alter nachlässt. In der Altersgruppe der 65- bis 74-Jährigen ist etwa ein Prozent an AMD erkrankt. Unter den 75- bis 84-Jährigen sind es bereits fünf Prozent. Weitere Risikofaktoren sind Entzündungen am Auge, Rauchen, erhöhte Blutfettwerte, Bluthochdruck, Diabetes, Arteriosklerose, familiäre Vorbelastung und bestimmte Medikamente. Bei langjährigen Rauchern ist die Durchblutung im Auge gestört, wodurch die Netzhaut eine mangelnde Versorgung mit Sauerstoff erfährt. Stoffwechselprodukte in der Netzhaut können so schlechter abtransportiert werden.

Ein Medikament, das selten eine AMD fördern kann, ist Chloroquin. Es wird zur Vorbeugung von Malaria oder zur Behandlung rheumatischer Gelenkentzündungen eingesetzt. In seltenen Fällen kann auch eine starke Kurzsichtigkeit eine feuchte AMD begünstigen, da der zu lange Augapfel Zug auf die Netzhaut ausübt und somit die Aderhaut ausdünnt. Dieser Prozess kann zu einer reduzierten Blutversorgung führen. Die altersbedingte Makuladegeneration kann zwar durch viele Faktoren ausgelöst werden, dennoch spielt das Alter als Hauptrisikofaktor die grösste Rolle.

Welche Symptome treten bei der AMD auf und wie kann man die Erkrankung frühzeitig erkennen?

Häufig bleiben die ersten Symptome der beginnenden AMD unbemerkt, vor allem weil zunächst nur ein Auge betroffen ist. Eine Früherkennung ist somit sehr schwierig. Wenn die Erkrankung im frühen Stadium entdeckt wird, geschieht das oft nur durch Zufall. Dennoch können Betroffene zu einer Früherkennung beitragen, indem sie bei ersten kleinen Veränderungen des Sehvermögens einen Augenarzt aufsuchen.

Das erste bemerkbare Anzeichen ist häufig eine verminderte Sehschärfe. Insbesondere das Lesen fällt den Betroffenen schwer, da die Mitte des Textes verschwommen und verzerrt wahrgenommen wird. Weitere typische Symptome sind eine verschlechterte Kontrast- und Farbwahrnehmung, eine erhöhte Lichtempfindlichkeit und eine verzerrte Wahrnehmung der Umgebung. Gerade Linien werden oft als Wellen wahrgenommen.

Ist die AMD weit fortgeschritten, erscheint in der Mitte des Blickfeldes ein dunkler oder heller Fleck. In der Augenheilkunde wird dieser Fleck zentrales Skotom genannt. Der Fleck deutet darauf hin, dass das zentrale Sehvermögen bereits ausgefallen ist. Eine Makuladegeneration führt zwar nicht zur vollständigen Erblindung, kann jedoch das Sehvermögen so weit eingeschränken, dass die Patienten als funktionell blind gelten und ihren Alltag nicht mehr ohne Hilfe bewältigen können.

Wie erfolgt die Diagnose der altersbedingten Makuladegeneration?

Um eine AMD zu diagnostizieren, stehen dem Augenarzt verschiedene Methoden zur Verfügung. Ab dem 55. Lebensjahr haben Patienten Anspruch auf eine Früherkennungsuntersuchung. Der Augenarzt testet zunächst routinemässig die Sehschärfe für die Ferne und die Nähe. Weiterhin helfen spezielle Lupen dabei, die Makula zu untersuchen. So kann der Arzt mögliche Drusen oder Blutungen feststellen. Diese Untersuchung wird Spiegelung des Augenhintergrundes genannt.

Mithilfe der Fluoreszenzangiografie ist eine Makuladegeneration eindeutig identifizierbar. Bei diesem Verfahren wird dem Patienten ein Farbstoff in die Armvene gespritzt. Der Farbstoff gelangt in die Gefässe im Augenhintergrund und leuchtet bei kurzwelliger Bestrahlung. Dadurch werden die Gefässe sehr gut sichtbar.

Eine moderne und schmerzfreie Untersuchungsmethode ist die optische Kohärenztomografie, die dem Augenarzt alle Netzhautschichten im Querschnitt zeigt. So können kleinste Veränderungen wie Drusen und Flüssigkeit in der Netzhaut beurteilt werden. Die optische Kohärenztomografie eignet sich nicht nur hervorragend für die Diagnose, sondern auch zur Kontrolle des Verlaufs von AMD.

Wie und durch wen wird die AMD behandelt?

Eine altersbedingte Makuladegeneration ist leider nicht heilbar. Die Erkrankung kann jedoch mithilfe der entsprechenden Therapie aufgehalten bzw. verlangsamt werden. Das Ziel der Behandlung ist es, das noch vorhandene Sehvermögen zu erhalten und die Lebensqualität zu verbessern. Die Therapie hängt davon ab, ob es sich um eine trockene oder feuchte AMD handelt.

Bei der trockenen Makuladegeneration wird der Augenarzt Massnahmen veranlassen, die einer Verschlechterung der Erkrankung vorbeugen. Patienten sollten mit dem Rauchen aufhören, sich gesund ernähren und Sport treiben. Der Blutdruck, die Blutfettwerte und das Körpergewicht sollten im Normalbereich liegen. In der Augenheilkunde ist umstritten, ob Nahrungsergänzungsmittel wie Vitamine C und E, Zink, Kupfer und Beta-Carotin dazu beitragen, den Verlauf einer trockenen AMD zu verbessern. Der behandelnde Augenarzt kann am besten beurteilen, welche Therapien in Frage kommen.

Die feuchte AMD wird insbesondere mit Medikamenten behandelt. Dabei werden Präparate, sogenannte VEGF-Hemmer, direkt in das Auge gespritzt. Die Hemmstoffe verlangsamen das Wachstum neuer Gefässe in der Netzhaut. Diese moderne Therapie wird in der Regel einer Lasertherapie oder Operation vorgezogen.

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