Spondylolisthesis - Medizinische Experten

Durch eine Instabilität der Wirbelgelenke kommt es zu einer leichten Verschiebung der Wirbel. Rutscht ein Wirbel aus seiner ursprünglichen Position, spricht man in Fachkreisen von einer Spondylolisthesis oder einem Wirbelgleiten. Der Lendenbereich ist davon relativ häufig betroffen.

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Spondylolisthesis - Weitere Informationen

Menschen mit Spondylolisthesis sind in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt und leiden unter Schmerzen. In den meisten Fällen können die Beschwerden gut behandelt werden. Nur bei sehr schweren Fällen der Spondylolisthesis ist eine Operation durch einen Neurochirurgen bzw. Wirbelsäulenchirurgen notwendig. Es sollte allerdings darauf hingewiesen werden, dass eine Spondylolisthesis häufig auch beschwerdefrei verläuft. Ob eine Behandlung notwendig ist, entscheidet der behandelnde Arzt.

Risikofaktoren und Ursachen einer Spondylolisthesis

Die Wirbelsäule trägt die ganze Last unseres Körpers, die sie dann auf unsere Beine abgibt. Manchmal kommt es vor, dass wir sie dabei überlasten. Vor allem wenn die Muskulatur, die Gelenke und die Bänder geschwächt sind, kann ein Wirbel verrutschen.

Die häufigste Ursache sind degenerative Schäden an den Wirbeln. Mit zunehmendem Alter kommt es zu einem Flüssigkeitsverlust der Bandscheiben, wodurch sich ihre Höhe verringert. Die Wirbelkörper nähern sich einander an und die Funktion des Muskel- und Bandapparates wird dabei gestört. Bei untrainierten Menschen führt das zu einer schlechteren Kompensierung von Bandscheibenschäden.

Durch eine hohe Belastung und Überstreckung der Wirbelsäule nach hinten kann es zu einer isthmischen Spondylolisthesis kommen. Gewichtheber oder Speerwerfer sind besonders häufig davon betroffen. Auch Verletzungen der Wirbelsäule vermindern ihre Stabilität und es kann zu einer Erkrankung kommen.

In manchen Fällen ist die Erkrankung angeboren. Die Auslöser dafür sind noch relativ unbekannt. Es wird aber gesagt, dass Verwandte eines Betroffenen ersten Grades ein erhöhtes Risiko aufweisen, ebenfalls zu erkranken. Davon sind Jungen drei- bis viermal häufiger betroffen als Mädchen. Trifft die Erkrankung ein Mädchen, kann davon ausgegangen werden, dass der Verlauf stärker ausgeprägt ist.

Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie spricht davon, dass etwa vierzig Prozent der Deutschen an einer Spondylolisthesis erkranken.

Die Symptome einer Spondylolisthesis

Betroffene Patienten leiden unter Schmerzen, die sich bei bestimmten Bewegungen verstärken. Sie breiten sich oft von hinten nach vorne aus und werden wie ein Gürtel empfunden. Auch das Gefühl einer gewissen Instabilität der Wirbelsäule wird von den Betroffenen bemerkt.

Ist die Rückenmuskulatur am Morgen entspannt, werden die Schmerzen stärker wahrgenommen. Wird durch die Erkrankung eine Nervenwurzel gequetscht, kann es auch zu motorischen Störungen der Beine kommen.

Eine kurze Übersicht der Symptome:

  • Rückenschmerzen
  • Rückenschmerzen, die in die Beine ausstrahlen
  • Gefühlsstörungen in den Beinen, wenn ein fortgeschrittenes Wirbelgleiten besteht
  • ein unangenehmes Schwächegefühl in den Beinen
  • Bewegungseinschränkung der Lendenwirbelsäule
  • Mastdarm- und Blasenprobleme bei stark fortgeschrittenem Wirbelgleiten mit Rückenmarkseinschränkung

Lähmungen, Gefühls-, Mastdarm- und Blasenstörungen treten jedoch nur bei sehr fortgeschrittener Erkrankung auf und sind eher Ausnahmefälle.

In einigen Fällen bleibt eine Spondylolisthesis beschwerdefrei. Die Therapie sollte mit dem Arzt abgesprochen werden. Vielleicht erübrigt sich eine Behandlung, solange keine Schmerzen auftreten.

Untersuchung und Diagnose einer Spondylolisthesis

Wer häufig unter Rückenschmerzen leidet, sollte sich an seinen Hausarzt wenden. Nach einer Untersuchung wird er seinen Patienten bei Verdacht auf eine Spondylolisthesis zu einem Orthopäden überweisen.

Nur in seltenen Fällen ist eine Spondylolisthesis ein Notfall, der sofort in einer Klinik behandelt werden muss. Eine schwere Sensibilitäts- oder Motorikstörung, ebenso wie Probleme beim Wasserlassen oder Stuhlgang sollten in einer Klinik untersucht werden.

Der niedergelassene Orthopäde ist ansonsten der richtige Ansprechpartner. Er wird durch gezielte Fragen die Untersuchungen einleiten.

Folgende Fragen werden gestellt:

  • Besteht eine Verletzung an der Wirbelsäule?
  • Wie sehen sportliche Aktivitäten aus?
  • Sind ähnliche Symptome in der Familie bekannt?
  • Sind die Schmerzen bewegungsabhängig?
  • Ist ein Gefühl der Instabilität der Wirbelsäule vorhanden?
  • Werden Motorik- oder Sensibilitätsstörungen bemerkt?

Körperliche Untersuchung

Der Arzt überprüft nun die Beweglichkeit des Patienten und achtet darauf, ob der Betroffene sich abstützt oder unsicher wirkt. Er schaut sich den Verlauf der Wirbelsäule an. Dabei fallen Fehlstellungen auf, zum Beispiel ein S-förmiger Verlauf, der auf eine Skoliose hinweist. Auch ein Schanzenphänomen kann erkannt werden, wenn ein Höcker im Verlauf der Wirbelsäule zu sehen ist. Solche Stufen werden meist durch das Abtasten der Dornfortsätze (hintere Fortsätze der Wirbel) festgestellt. Durch Drücken und Klopfen identifiziert der Arzt schmerzhafte Regionen. Die Position des Beckens und der Muskelstatus um die Wirbelsäule werden bei der Untersuchung kontrolliert.

Mit dem sogenannten Schober-Zeichen kann die Funktion der Wirbelsäule überprüft werden. Dazu markiert der Orthopäde, ausgehend vom oberen Steissbeinwinkel, alle zehn Zentimeter eine Stelle. Beugt der Patient sich vor, erkennt er die Einschränkung der Beweglichkeit.

Noch speziellere Untersuchungen hängen von der Symptomatik des Patienten ab.

Bildgebende Untersuchungen

Um ein genaues Bild der Erkrankung zu bekommen, werden Röntgenbilder aus zwei verschiedenen Ebenen angefertigt, in manchen Fällen auch noch eine Computertomografie (CT) oder eine Magnetresonanztomografie (MRT). Dadurch können die Bandscheibe und die Knochen exakter beurteilt werden.

Verschiedene Schweregrade der Spondylolisthesis

Nach Meyerding wird eine Spondylolisthesis in vier verschiedene Schweregrade eingeteilt.

  • Grad I die Wirbel verschieben sich bis zu 25 %
  • Grad II die Wirbel verschieben sich zwischen 25 % bis 50 %
  • Grad III die Wirbel verschieben sich von 51 % bis zu 75 %
  • Grad IV die Wirbel verschieben sich über 75 %

Kommt es zu einer vollkommenen Lösung eines Wirbels, spricht man von Spondyloptose.

Je nach Schweregrad treten auch die Symptome und Beschwerden auf. Wenn eine Erkrankung frühzeitig behandelt wird, ist die Aussicht auf Beschwerdefreiheit sehr gut.

Die Behandlung der Spondylolisthesis

Das Hauptziel ist, den Betroffenen von seinen Schmerzen zu befreien und somit eine bessere Lebensqualität zu gewährleisten. Das wird durch eine Stabilisierung der Wirbel erreicht.

Die Wirbelgleiten-Therapie besteht aus zwei Eckpfeilern: der konservativen Behandlung und der chirurgischen Therapie. Bei leichteren Fällen reicht in der Regel eine konservative Therapie. Nur in sehr schweren Fällen muss an einen chirurgischen Eingriff gedacht werden.

Wie sieht eine konservative Behandlung aus?

Zunächst wird nach eingehenden Untersuchungen ein ausführliches Gespräch geführt. Dabei erläutert der Arzt dem Patienten, wie er seine Wirbelsäule gezielt entlasten kann. Schon dadurch erreicht man in den meisten Fällen eine deutliche Verbesserung der Beschwerden. Das Überdehnen der Wirbelsäule durch bestimmte Sportarten muss vermieden werden. Bei Übergewicht wird eine Gewichtsreduzierung empfohlen.

Gegen die Schmerzen können verschiedene Schmerzmittel effektiv eingesetzt werden. Auch muskelentspannende und antientzündliche Medikamente stehen zur Verfügung.

Krankengymnastik

Der Garant für eine stabile Wirbelsäule ist eine starke Muskulatur, die dem Wirbelgleiten entgegenwirkt. Am besten lässt sich das durch gezielte Gymnastik erreichen.

Neurochirurgie

Nur bei sehr schweren Fällen ist ein chirurgischer Eingriff notwendig. Eine Operation stabilisiert die Wirbel, um ihre korrekte Position zu gewährleisten. Ein entsprechendes Beratungsgespräch gibt Auskunft und nimmt die Ängste, die vor einer chirurgischen Therapie bestehen.

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