Osteomyelitis - Medizinische Experten

Bei der Osteomyelitis handelt es sich um eine bakterielle Infektion der Knochenrinde und des Knochenmarks. Neben starken Schmerzen im Bereich der Knochen und Gelenke sind vor allem ein allgemeines Krankheitsgefühl und Abgeschlagenheit zu erwarten. Die Behandlung bedarf zwingend eines Arztes, der mit Antibiotika gegen die bakteriellen Herde vorgeht.

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Osteomyelitis - Weitere Informationen

Im Volksmund heisst das Krankheitsbild schlicht Knochenentzündung. Doch so ganz richtig ist das nicht. Ärzte unterscheiden Entzündungen der harten Knochensubstanz (Osteitis) von einer echten Knochenmarksentzündung (Osteomyelitis).

Was ist eine Osteomyelitis?

Bakterien, die in den Knochen oder sogar bis ins Knochenmark vordringen, können dort eine Knochenentzündung auslösen. Häufig sind offene Operationen oder Knochenbrüche die erste Eintrittstelle der Erreger, um eine Knochenentzündung (Osteitis) zu verursachen. Für die Osteomyelitis muss noch ein zusätzlicher Faktor hinzukommen: hier werden die Bakterien mit dem Blut (hämatogen) in das Knochenmark gespült und rufen dort die Entzündung hervor. Meist verläuft die Erkrankung in einer akuten Form mit Rötung, Schmerz und Wärmeentwicklung, den typischen Entzündungszeichen.

Doch gibt es auch eine chronische Form, bei der die Bakterien im Knochen abgekapselt werden und dadurch zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen in den Gelenken führen können. Eine Chronifizierung tritt bei 10-30 Prozent der Fälle ein. Mitunter brechen solche Kapseln im weiteren Krankheitsverlauf auf und entleeren ihren eitrigen Inhalt nach aussen.

Die häufigste Form der Knochenentzündung (Osteitis) ist die nach einer Operation, wobei Männer öfter betroffen sind als Frauen. Der Grund dafür ist unbekannt. Kinder andererseits erleiden häufiger die Knochenmarksentzündung (Osteomyelitis).

Woran erkennt man eine Osteomyelitis?

Anfangs kommt es in Folge der bakteriellen Infektion zu Fieber, Unwohlsein und erhöhter Müdigkeit. Bei Kindern kann das Fieber bis auf 40°C ansteigen und mit Schüttelfrost kombiniert sein.

Innerhalb weniger Tage treten dann noch Knochen- und Gelenkschmerzen hinzu. Entzündungsanzeichen werden aber erst im weiteren Verlauf sichtbar. Die betroffenen Stellen schwellen dann stark an und fühlen sich warm an.

Am häufigsten tritt die Osteomyelitis an Kniegelenken oder Oberarmen auf. Breitet sich die Entzündung innerhalb des Knochenmarks weiter aus und wird die Erkrankung erst spät erkannt, kann es zu irreparablen Schäden an Knochenmark und Gelenken kommen.

Ursachen und Risiken einer Osteomyelitis

Die Hauptursache für Knochen- und Knochenmarksentzündungen ist die bakterielle Infektion. Die Erreger gelangen über Operationswunden, offene Brüche oder den Blutweg in die Knochen hinein. Je nach Infektionsweg werden unterschieden:

  • Hämatogene Knochenentzündungen (Bakterien gelangen über den Blutweg in den Knochen),
  • Posttraumatische Knochenentzündung (Bakterien kommen über Brüche oder Operationen hinein),
  • Fortgeleitete Knochenentzündungen (Bakterien besiedeln ausgehend von Implantaten das Knochengewebe).

Als häufigste Erreger der Osteomyelitis sind bekannt:

  • Staphylokokken,
  • Streptokokken,
  • Mycobacterium tuberculosae u. a. sowie
  • sehr selten auch Viren und Pilze.

Neben den oben benannten Infektionsrisiken gibt es noch eine Reihe weiterer Faktoren, die das Risiko für eine Osteomyelitis steigern können. Dazu gehören beispielsweise:

  • Mangelernährung,
  • höheres Lebensalter,
  • übermässiger Konsum von Nikotin, Alkohol oder Drogen,
  • eine bereits bestehende Niereninsuffizienz,
  • Leberschäden,
  • eine eingeschränkte Atemfunktion,
  • Immunschwäche,
  • Tumoren sowie
  • System- und Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus oder Arteriosklerose.

Diagnose der Osteomyelitis

Erste Hinweise liefert dem Arzt eine gut geführte Anamnese. Daran anschliessend wird das Blut auf Entzündungseiweisse (z. B. C-reaktives Protein) hin untersucht. Über eine Gelenkspunktion lassen sich die entzündungsverursachenden Bakterien zudem direkt nachweisen. In der frühen Diagnostik können sowohl CT als auch MRT – beide gehören zu den modernen Bildgebungsverfahren – eine Entzündung nachweisen. Im weiteren Verlauf der Krankheit, wenn es bereits zu Knochenschäden gekommen ist, werden diese ebenso leicht im Röntgenbild zu entdecken sein.

Behandlungsmöglichkeiten (Osteomyelitis-Therapie)

Um die Knochenmarksentzündung erfolgreich behandeln zu können, müssen die auslösenden Bakterien abgetötet werden. Dies geschieht am einfachsten mittels Antibiotikatherapie. Vor dem Hintergrund der weltweiten Resistenzentwicklung bei Bakterien gegen diverse Antibiotika und Medikamente muss zuvor immer per Punktion bestimmt werden, welche Bakterien die Entzündung verursachen. Erst dann kann eine zielgerichtete Therapie beginnen.

Die Antibiotika werden bei der Osteomyelitis-Therapie oral (über den Mund) eingenommen. Der Wirkstoff löst sich heraus und geht in das Blut über. Von dort gelangt das Antibiotikum auf dem gleichen Weg wie die krankheitsauslösenden Bakterien bis ins Knochenmark. Die Bakterien sterben daraufhin ab und die Entzündung bildet sich zurück.

Prognose bei Osteomyelitis

Die Prognose hängt in hohem Mass vom Alter, von der Art der Infektion, vom Erregertyp sowie vom Immunstatus des Patienten ab. In der Regel verläuft die akute Osteomyelitis jedoch unkompliziert und ist deshalb gut heilbar. Bei Erwachsenen kommt es häufiger zu einer chronischen Knochenmarksentzündung, was die Heilungsaussichten etwas erschweren kann. Besonders problematisch, wenn auch selten, ist dies bei Kindern. Deren Knochensystem befindet sich noch im Wachstum. Schäden, die durch eine zu spät erkannte Knochen- oder Knochenmarksentzündung verursacht wurden, können durchaus zu Spätfolgen führen, z. B. zu Skelettdeformationen oder dazu, dass ein Bein kürzer ist als das andere.

Vorbeugen kann man einer Osteomyelitis nicht. Es gilt daher, besonders nach überstandenen Verletzungen am Knochen (z. B. Knochenbrüchen) auf weiterbestehende Symptome wie Schmerzen und Bewegungseinschränkungen zu achten. Ebenso gilt erhöhte Aufmerksamkeit bei Kindern, deren Immunsystem anfälliger ist, und die deshalb häufiger unter Mandelentzündung oder anderen bakteriellen Infektionen leiden. Eine Verschleppung der Keime mit dem Blut ist auch dabei möglich.

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