Oberschenkelhalsbruch - Medizinische Experten

Der Oberschenkelhalsbruch, auch Schenkelhalsfraktur oder Femurhalsfraktur genannt, stellt die häufigste Fraktur des Oberschenkelknochens dar. Er ist eine typische Verletzung des älteren Menschen, vor allem der älteren Frau. Der Oberschenkelhalsbruch ist eine ernst zu nehmende Verletzung, heutzutage sterben aber kaum noch Menschen im Krankenhaus an den Folgen.

Weitere Informationen zur Schenkelhalsfraktur finden Sie im Text weiter unten.

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Oberschenkelhalsbruch - Weitere Informationen

Wie häufig kommt ein Oberschenkelhalsbruch vor?

Fast 100.000 Menschen erlitten im Jahr 2007 einen Oberschenkelhalsbruch und mussten in einem Krankenhaus behandelt werden, fast alle mit Hilfe einer Operation. Mehr als 45 Prozent dieser Patienten waren älter als 80 Jahre; die Mehrzahl waren Frauen. Dies zeigt, dass ein Oberschenkelhalsbruch eine typische Verletzung des älteren Menschen, insbesondere der älteren Frau ist.

Während vor 50 Jahren ein Oberschenkelhalsbruch bei einem älteren Menschen fast immer als ein Todesurteil galt, haben sich heute die Verhältnisse zu Gunsten der Patienten verändert. Heute stehen Operationsmethoden zur Verfügung, die es ermöglichen, dass eine Bettlägerigkeit fast immer vermieden werden kann. Gerade diese Bettlägerigkeit war für die Menschen früher kaum zu überleben.

Was sind die Ursachen des Oberschenkelhalsbruchs?

Der Schenkelhalsbruch ist häufig eine Folge nicht nur eines Sturzes, sondern auch der Osteoporose. Je älter die Menschen werden, umso häufiger erkranken sie an dieser Form des Knochenschwundes. Wiederum sind vor allem ältere Frauen betroffen. Es gilt heute, eine Osteoporose zu erkennen, wenn noch keine Knochenbrüche aufgetreten sind und mit Gymnastik, altersangepasstem Sport und einer Medikation einer Osteoporose vorzubeugen oder diese zu behandeln. In vielen Fällen wird die Osteoporose jedoch erst diagnostiziert, wenn ein Schenkelhalsbruch oder andere Frakturen bereits aufgetreten sind.

Durch welche Symptome äussert sich ein Oberschenkelhalsbruch?

Zu den Symptomen bei einer Schenkelhalsfraktur zählen Schmerzen im Bereich von Hüfte und Leiste sowie die Unmöglichkeit, die Hüfte zu belasten. Das betroffene Bein wirkt kürzer als das andere und ist nach aussen gedreht (Aussenrotationsfehlstellung).

Die operative Therapie eines Oberschenkelhalsbruchs

Heute werden Patienten mit Schenkelhalsbruch schnell nach ihrer Aufnahme in ein Krankenhaus operiert. In der Mehrzahl der Operationen wird das gebrochene Hüftgelenk bei den älteren Menschen ersetzt, mit einer Prothese. Diese Hüftprothese erlaubt es den Patienten, unmittelbar nach der Operation das Bett zu verlassen und das zuvor verletzte Bein wieder voll zu belasten. Dazu werden Gehstützen benötigt. Es erfolgt eine krankengymnastische Behandlung. Der Krankenhausaufenthalt ist heute kurz, die Patienten verbringen ca. 2 Wochen im Krankenhaus.

Nach der Operation einer Schenkelhalsfraktur

Die älteren Menschen bedürfen nach einer Operation am Hüftgelenk häufig einer Rehabilitation, um in ihre gewohnte Umgebung zurückkehren zu können. Deshalb arbeiten Unfallchirurgen und Altersmediziner in der Betreuung der älteren Menschen eng zusammen. Ziel dieser Zusammenarbeit ist es, die Rückkehr in ein selbstständig geführtes Leben zu ermöglichen, die gewohnte Umgebung in der eigenen Wohnung wieder zu erleben. So endet der stationäre Aufenthalt nach einem Schenkelhalsbruch oft in einem sanften Übergang aus dem Krankenhaus z. B. in einer geriatrischen Tagesklinik. Dort kann ein langsamer Übergang in den gewohnten Alltag gestaltet werden.

Das erste Jahr nach einem Schenkelhalsbruch ist für den betroffenen Patienten noch einmal eine schwierige Zeit. Auch wenn medizinisch keinerlei Komplikationen auftreten, versterben immer noch 20 Prozent der Patienten im ersten Jahr nach der Schenkelhalsfraktur. Die Gründe für diese Tatsache sind noch nicht geklärt, das Phänomen wird nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Mittel- und Westeuropa sowie in Nordamerika beobachtet. Zu dieser Frage wird intensiv durch Ärzte und Krankenkassen geforscht.

Erkenntnisse zum Oberschenkelhalsbruch

Heute ist der Oberschenkelhalsbruch eine nach wie vor ernst zu nehmende Verletzung, jedoch sind die unfallchirurgischen und altersmedizinischen Probleme um diese Verletzung beherrschbar. Es sterben kaum noch Menschen im Krankenhaus an den Folgen des Schenkelhalsbruches, auch sind Komplikationen nach dieser Operation selten geworden.

Die Prophylaxe der Oberschenkelhalsfraktur als wichtige Aufgabe

Eine noch bessere frühe Diagnose der Osteoporose könnte die Anzahl von Schenkelhalsbrüchen vermindern. Eine erstmals auftretende Sturzneigung durch Schwindel muss ebenfalls sofort durch den Hausarzt abgeklärt werden, um die Sturzhäufigkeit, falls möglich, zu vermindern. Hier bedarf es bei Ärzten und Patienten einer noch besseren Aufklärung. Da allein durch die weitere Zunahme der älteren Menschen in unserer Gesellschaft Schenkelhalsbrüche ebenfalls immer häufiger vorkommen werden, ist die Prophylaxe dieser Verletzung eine vordringliche Aufgabe für Ärzte und Patienten.

Autor: Prof. Dr. med. Rüdiger Smektala

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