Morbus Scheuermann - Medizinische Experten

Der Morbus Scheuermann ist eine Wachstumsstörung der Wirbelsäule. Diese wird sehr häufig bei Jugendlichen festgestellt. Umgangssprachlich bezeichnet man den Morbus Scheuermann auch als Buckel.

Im Folgenden finden Sie weitere Informationen zu und Spezialisten für die Behandlung von Morbus Scheuermann.

Übersicht

Empfohlene Spezialisten

Morbus Scheuermann - Weitere Informationen

Die Körperhaltung spielt bei einigen Beschwerden eine sehr grosse Rolle. Vor allem dann, wenn der Rücken beteiligt ist. Von einer korrekten Haltung spricht man im Allgemeinen, wenn die Schultern zurückgezogen werden und der Rücken aufgerichtet wird. Beim Morbus Scheuermann jedoch zeigt sich bei den Betroffenen ein stark ausgeprägter Rundrücken, der eher einem Buckel ähnelt. Wo die Krankheit ganz konkret ihren Ursprung hat, ist nicht bekannt – allerdings ist eine Therapie möglich, um den Rundrücken in den Griff zu bekommen.

Was ist Morbus Scheuermann?

Morbus Scheuermann ist eine Wachstumsstörung der Wirbelsäule. Oft tritt die Krankheit zwischen dem 11. und 13. Lebensjahr sowie in der Pubertät auf. Der Rundrücken zeigt sich in den meisten Fällen im Bereich der Brustwirbelsäule. In einigen seltenen Fällen kann aber auch die Lendenwirbelsäule betroffen sein, was sich dann in einem Flachrücken äussert. Umgangssprachlich bezeichnet man den Morbus Scheuermann auch als Buckel. Eine gewisse Krümmung der Wirbelsäule, welche Kyphose genannt wird, ist völlig normal. Wenn diese aber nun besonders stark ausgeprägt ist, spricht man vom Morbus Scheuermann. Die Krankheit entsteht dadurch, dass die Wirbel ungleichmässig wachsen. Im Normalfall sind die Wirbel wie ein Zylinder geformt, beim Morbus Scheuermann hingegen haben sie eine Keilform. Ebenfalls typisch sind die sogenannten Schmorl‘schen Knötchen. Hierbei spricht man von Bandscheibengewebe, das in die Knochensubstanz an Boden- und Deckplatten der Wirbel eindringen kann.

Scheuermanns disease.jpg
Von MusicNewz - Eigenes Werk (this is me), CC0, Link

Wodurch wird Morbus Scheuermann ausgelöst?

Die Ursachen sind noch nicht restlos geklärt. Allerdings kann Morbus Scheuermann – oder zumindest die Wahrscheinlichkeit, daran zu erkranken – vererbt werden. Darüber hinaus gibt es lediglich diverse äussere Einflüsse, die im Verdacht stehen, die Entstehung von Morbus Scheuermann zu begünstigen. Dabei handelt es sich zum Beispiel um extremen Leistungssport, der den Rücken stark belastet oder Sportarten, bei denen der Patient einen Rundrücken machen muss. Eine gebückte Körperhaltung kann ebenfalls einen Beitrag leisten.

Welche Symptome verursacht Morbus Scheuermann?

In der ersten Zeit verursacht Morbus Scheuermann oftmals keinerlei Probleme oder Schmerzen. Überhaupt kann man nicht mit Bestimmtheit sagen, in welchem Stadium welche Probleme entstehen. Ist die Brustwirbelsäule betroffen, kommt es zwar zu einer deutlichen sichtbaren Verkrümmung, während sich die Schmerzen in Grenzen halten oder gar nicht auftreten. Die Krankheit bleibt während der Wachstumsphase bestehen und endet mit dem Abschluss dieser. Jedoch kann es im Erwachsenenalter zu Problemen und auch zu Schmerzen kommen. Wenn zum Beispiel im Laufe der Jahre bis zum Ende der Scheuermann-Krankheit Schäden an Wirbelkörpern oder Bandscheiben aufgetreten sind, bleiben diese auch nach Abschluss der Krankheit bestehen. So kann es zum Beispiel zu Blockaden in der BWS (Brustwirbelsäule) oder zu degenerativen Erscheinungen kommen. Diese setzen dann dadurch, dass die Krankheit bereits in der Pubertät auftritt, mitunter früher als gewöhnlich ein. Darüber hinaus kann sich der Buckel, der bei einem Rundrücken entsteht, im Laufe der Zeit verschlimmern. Dieses Erscheinungsbild nennt man dann auch Post-Scheuermann-Syndrom. Auch kann es durch die ständige Überlastung der Rückenmuskulatur – sie wird durch die Verkrümmung der Wirbelsäule extrem gefordert – zu Schmerzen kommen.

Folgende Symptome können bei Morbus Scheuermann auftreten:

  • Rundrücken oder Flachrücken (im Anfangsstadium mitunter schmerzlos)
  • Rückenschmerzen durch eine überlastete Muskulatur
  • Probleme mit Wirbeln und Bandscheiben
  • degenerative Erkrankungen
  • Verschlimmerung des Buckels, auch Post-Scheuermann-Syndrom genannt

Wie therapiert man Morbus Scheuermann?

In der Regel kommt man beim Morbus Scheuermann ohne einen operativen Eingriff aus. Eine zentrale Rolle bei der Behandlung spielt die Physiotherapie. Der Therapeut kann hier mit speziellen Übungen zur Stärkung der Muskulatur die Haltung entscheidend verbessern. Das Ziel ist hierbei, den verkrümmten Rücken aufzurichten. Bei einer leichten Form der Krankheit kann eine Physiotherapie allein bereits ausreichen, um Erfolge zu erzielen. Wenn die Übungen allein aber nicht den gewünschten Erfolg bringen, dann kann der Patient auch ein Korsett tragen, mit dessen Hilfe die Wirbelsäule aufgerichtet wird. Vor allem während der Wachstumsphase ist das Tragen eines Korsetts ein probates Mittel. Allerdings erfordert dies vom Patienten auch viel Selbstdisziplin, denn der Erfolg kann sich nur dann einstellen, wenn das Korsett auch regelmässig getragen wird. Wenn die Schmerzen bei Morbus Scheuermann zu gross werden, können auch Medikamente eingenommen werden. Schmerzmittel sind hier ebenso angezeigt wie muskelentspannende Präparate – sofern keine Kontraindikationen bestehen. Eine Operation findet bei Morbus Scheuermann eher selten statt. Wenn die Verkrümmung allerdings zu starke Ausmasse angenommen hat oder es bereits zu schlimmen Problemen mit der Bandscheibe gekommen ist, kann ein operativer Eingriff angezeigt sein.


Von Dr. Weiss - Dr. Weiss, CC BY-SA 3.0, Link

Mögliche Therapieformen bei Morbus Scheuermann:

  • Physiotherapie
  • Tragen eines Korsetts
  • Medikamente
  • in seltenen Fällen ein operativer Eingriff

Wie ist die Prognose bei Morbus Scheuermann?

Grundsätzlich ist die Prognose bei Morbus Scheuermann sehr gut, da die Krankheit nicht zwingend Schmerzen verursacht. Auch kann man ihr mittels Physiotherapie oder Korsett begegnen und so den Verlauf positiv beeinflussen. Probleme können allerdings bei einer bestehenden Skoliose oder bei einem extremen Flachrücken auftreten. Hierbei ist die Prognose nicht sehr positiv, sodass der Patient mit Schmerzen und Einschränkungen rechnen muss.

Standorte der Spezialisten

Klinikstandorte
Flughäfen