Kyphose - Medizinische Experten

Der medizinische Fachausdruck Kyphose stammt aus dem Griechischen und bedeutet Buckel. Er bezeichnet eine im Brustbereich nach hinten gerichtete übermässige Krümmung der Wirbelsäule. Ausserdem nennt man den Buckel noch Rundrücken, Gibbus und Hyperkyphose.

Weitere Informationen zur Kyphose finden Sie weiter unten.

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Kyphose - Weitere Informationen

Was ist eine Kyphose?

Jeder Mensch verfügt über eine leichte natürliche Krümmung der Brustwirbelsäule nach hinten. Von einer Kyphose der Lendenwirbelsäule spricht man, wenn die Wirbelsäule in der Lordose Zone (Lendenregion) übermässig gekrümmt ist. Eine zu starke Kyphose lässt sich bei aufrechtstehenden Personen schon mit blossem Auge deutlich erkennen.

Je nach zugrunde liegender Ursache leiden die Betroffenen unter:

  • chronischen Schmerzen im Rücken oder/und Nackenbereich, wegen der Kyphose Ausstrahlung in die HWS (Halswirbelsäule)
  • geschädigten Wirbelkörpern
  • beeinträchtigtem Rückenmark
  • Nervenbeeinträchtigungen
  • erschwerter Atmung
  • Blutungen
  • Herzerkrankungen
  • Schlafstörungen
  • Taubheitsgefühlen
  • Beinlähmungen
  • eingeschränkter Bewegungsfähigkeit
  • Depressionen wegen des deformierten Rückens

Die Kyphose kommt oft zusammen mit einer Skoliose vor. Darunter versteht der Mediziner eine seitlich verkrümmte und oft noch zusätzlich verdrehte und versteifte Wirbelsäule. Da der Rundrücken deutlich sichtbar ist, lässt er sich von Fachärzten für Orthopädie leicht diagnostizieren. Sie führen anschliessend noch eine Röntgen-Untersuchung durch.

Falls Sie ebenfalls eine auf Brusthöhe zu stark gekrümmte Wirbelsäule haben, sollten Sie schnellstmöglich einen Orthopäden aufsuchen.

Wie entsteht eine Kyphose?

Der Buckel entsteht durch Wirbelkörper-Brüche, die bei älteren Frauen meist Folge einer Osteoporose (poröse Knochen aufgrund von Kalziummangel) sind. Ausserdem können degenerative Erkrankungen wie eine rheumatoide Arthritis (Gelenkentzündung) die BWS Kyphose (Verkrümmung der Brustwirbelsäule) herbeiführen.

Eine weitere Ursache ist der im Jugendalter häufig vorkommende Morbus Scheuermann: Bei den Betroffenen wachsen die Brustwirbel der Vorder- und Rückseite ungleichmässig. Ausserdem ist die Erkrankung oft mit Bandscheibenvorfällen verbunden.

Auch unfallbedingte Verletzungen im Bereich des oberen Rückens können einen Buckel hervorrufen. Sogar Wirbelsäulentumore (Knochen-Metastasen) und Entzündungen wie beispielsweise eine Spondylidiszitis sind mitunter Verursacher einer Hyperkyphose.

Ausserdem kann sie angeboren sein: Die Babys kommen mit deformierten oder miteinander verwachsenen Wirbelkörpern zur Welt.

In den meisten Fällen kommt es jedoch durch eine nachlässige Körperhaltung zu einem Buckel. Zu wenig körperliche Bewegung lässt die Muskulatur in dieser Körperregion verkümmern, sodass sie die Wirbelsäule nicht mehr ausreichend stützen kann.

Wie behandelt man eine Kyphose?

Bei leichteren Fällen reicht eine in regelmässigen Abständen durchgeführte Überwachung aus. Die Patienten führen Übungen zur Stärkung der Rückenmuskeln und zum Trainieren der richtigen Körperhaltung aus. Regelmässiger Sport (Walking, Jogging) tragen ebenfalls dazu bei, die Fehlhaltung zu bessern.

Leidet der Betroffene jedoch unter

  • erschwerter Atmung
  • gestörter Verdauung
  • Herz-Kreislauf-Problemen
  • starken Schmerzen
  • neurologischen Störungen,

ist eine Operation erforderlich: Die Spondylodese stellt den natürlichen Grad der Wirbelsäulen Krümmung durch eine Wirbelkörper-Versteifung mit Schrauben (Implantaten) wieder her.

Die Kyphoplastie kommt bei Erkrankten mit Wirbelbrüchen zum Einsatz. Sie richtet die instabil gewordene Wirbelsäule im Brustbereich mithilfe von Knochenzement wieder auf und lindert dadurch die Schmerzen der Patienten.

Die BWS-Kyphose lässt sich ausserdem gut mit einer Orthese (Korsett) korrigieren, die man entsprechend dem Schweregrad der Fehlhaltung individuell anpassen kann. Die Korsetts werden heutzutage mithilfe moderner Software am Computer entworfen und helfen auch bei Lordose-Problemen.

Übungen bei Kyphose

Leichtere Fälle von Hyperkyphose lassen sich gut mit einer regelmässig durchgeführten physiotherapeutischen Behandlung korrigieren. Die Übungen trainieren die Rücken und Brustmuskulatur und stellen so die natürliche Krümmung der Wirbelsäule wieder her. Vor allem Patienten mit Morbus Scheuermann, Skoliose und einer Lordose Kyphose kann man so effizient behandeln.

Die physikalische Therapie umfasst Techniken zur Aufrichtung der Wirbelsäule, Bewegungsübungen für den täglichen Alltag und Techniken, mit deren Hilfe der Patient sein Atemvolumen vergrössert.

Die speziell für Patienten mit Skoliose und Hyperkyphose entwickelten Atemtechniken entspannen und entlasten die überbeanspruchte Rückenmuskulatur noch zusätzlich.

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