Knochenbruch - Medizinische Experten

Knochen zählen zum Härtesten und Widerstandsfähigsten, was der menschliche Körper zu bieten hat – kein Wunder, müssen sie doch sehr grosse Belastungen aushalten. Dennoch können Knochen brechen. Es gibt unterschiedliche Arten einer Fraktur, die einer individuellen Behandlung bedürfen. Welche dies sind und was bei einem Knochenbruch ebenfalls beachtet werden muss, wird im folgenden Text weiter unten aufgezeigt.

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Was ist ein Knochenbruch?

Von einem Knochenbruch spricht man, wenn die knöchernen Strukturen und deren Verlauf geschädigt werden. Zum Beispiel kann es durch einen Sturz, ein Verdrehen oder durch einen Stoss dazu kommen, dass ein Knochen bricht. Dabei ist nicht jeder Knochen gleich empfindlich. Der Oberschenkelknochen etwa gilt als sehr stark und stabil, so dass grosse Kräfte notwendig sind, um eine Fraktur herbeizuführen. Bei relativ kleinen Knochen - wie etwa an der Zehe - können schon bei verhältnismässig unspektakulären Traumata Frakturen auftreten.

Ein Knochen muss nicht immer vollständig brechen. Zudem gibt es auch Prellungen, Stauchungen und Haarrisse. Bricht ein Knochen, kann er in eine bestimmte Klassifikation eingeteilt werden. So werden unter anderem folgende Brucharten voneinander unterschieden:

  • offene Fraktur
  • Querfraktur
  • Ermüdungsfraktur
  • Schrägfraktur
  • Kompressionsfraktur
  • Abrissfraktur
  • Biegungsfraktur

Wie macht sich ein Knochenbruch bemerkbar?

Bei einem Knochenbruch können verschiedene Symptome auftreten. Findet sich in der verletzten Region eine "Delle" oder eine Fehlstellung, kann man davon ausgehen, dass der Knochen Schaden genommen hat. Bei einem offenen Bruch stellt sich die Frage nicht, da der Knochen aus der Haut herausragt. Natürlich ist eine Fraktur oft mit heftigen Schmerzen verbunden, die zudem mit einer starken Schwellung einhergehen. Diese Schwellung ist umso stärker, wenn zusätzlich zum Knochen auch noch andere Strukturen der betroffenen Stelle durch ein Trauma beschädigt wurden.

Liegt zum Beispiel eine Kapselverletzung vor, können die Schmerzen ebenfalls stark und mit einer Schwellung verbunden sein. Apropos Kapsel: Auch dann, wenn nur die Kapsel verletzt ist, kann es sogar zu stärkeren Schmerzen als bei einem reinen Knochenbruch kommen. Von daher ist es wichtig, eine Verletzung unbedingt von einem Spezialisten – in der Regel einem Facharzt für Orthopädie oder Unfallchirurgie – abklären zu lassen, um einen Knochenbruch erkennen oder ausschliessen zu können.

Wie wird ein Knochenbruch behandelt?

Bevor die Behandlung eines Knochenbruchs erfolgen kann, muss zunächst eine gesicherte Diagnose gestellt werden. Diese erfolgt neben klinischen Tests in der Regel auch per Röntgenaufnahme oder Computertomografie (CT). Je nachdem, um was für eine Art von Fraktur es sich handelt, müssen unterschiedliche Massnahmen ergriffen werden. Bei glatten und normalen Brüchen stehen Stabilisierung und Schonung im Mittelpunkt. Eine medikamentöse Behandlung sowie "Erste Hilfe" durch Kühlung können Schwellungen und Schmerzen lindern.

Die Stabilisierung eines Bruches erfolgt oft mittels Schiene oder Gips. Handelt es sich um kompliziertere Brüche, kann auch ein Richten der Bruchstelle nötig sein, welches nicht selten unter Narkose durchgeführt werden muss. Auch eine Operation, in der die Bruchstelle gerichtet und anschliessend mit Schrauben oder Drähten fixiert wird, kann bei komplizierten Frakturen angezeigt sein. Handelt es sich gar um einen offenen Bruch, ist schnelles Handeln angesagt, denn durch die geschädigte Haut können Keime und Bakterien eindringen. Im schlimmsten Fall kann es zu weiteren Krankheiten - zum Beispiel zu einer Sepsis (Blutvergiftung) - kommen.

Bei längerer Schonung nach einer Fraktur muss später Stück für Stück die Belastung gesteigert und die durch Ruhigstellung verlorengegangene Muskulatur wieder aufgebaut werden. Auch Kraftaufbau und Koordinationstraining stehen im Fokus der physiotherapeutischen Behandlung, vor allem bei Leistungssportlern.

Wann ist ein Knochenbruch ausgeheilt?

Eine gesicherte Antwort auf diese Frage gibt es im Grunde nicht, da die Heilungsdauer von verschiedenen Faktoren abhängig ist. Zum Beispiel spielt es eine Rolle, wie gut die Blutversorgung der Bruchstelle ist. Natürlich kommt es auch darauf an, ob begleitende Verletzungen des Kapsel-Bandapparats und anderer Strukturen vorliegen, oder ob die Bruchstellen nah genug beieinander sind.

Ebenfalls wichtig ist die betroffene Stelle selbst. So kann etwa ein Bruch des Schlüsselbeins bei konservativer Behandlung in drei bis vier Wochen ausheilen, wohingegen die Heilung des starken Oberschenkelknochens mehrere Monate in Anspruch nehmen kann. Die Frage, ob eine Fraktur konservativ oder operativ behandelt wird, hat ebenfalls einen Einfluss auf die Heilungsdauer. Schliesslich muss man bei einer Operation die Wundheilung mit einkalkulieren. Zu guter Letzt ist eine vernünftige Mitarbeit des Patienten vonnöten.

Folgende Punkte sind also für die Dauer der Heilung massgeblich:

  • konservative oder operative Behandlung
  • betroffenes Körperteil
  • begleitende Verletzungen von Kapsel, Knorpel, Nerven oder Bändern
  • Abstand der Bruchenden
  • Blutversorgung der Bruchstelle
  • Disziplin und Verhalten des Patienten

Welche Rolle spielen Medikamente und Ernährung?

Medikamente haben keinen Einfluss auf die Heilungsdauer, können aber wertvolle Dienste bei der Schmerztherapie leisten. Gerade in der ersten Zeit nach einer Fraktur kommen sie zum Einsatz. Eine gesunde Ernährung, in der vor allem ausreichend Kalzium und Vitamin D zugeführt werden, kann die Widerstandsfähigkeit der Knochen erhöhen sowie einen wichtigen Beitrag zu deren Versorgung mit essentiellen Bausteinen leisten.

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