Klumpfuss - Medizinische Experten

Der Klumpfuss ist eine angeborene oder erworbene Fehlstellung des Fusses mit einhergehender Deformation der Unterschenkelmuskulatur. Die Ursachen für einen angeborenen Klumpfuss sind noch nicht geklärt. 

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Der Begriff „Klumpfuss“ wird umgangssprachlich oft für einen geschwollenen oder verletzten Fuss gebraucht. Doch in Wahrheit handelt es sich hierbei um eine meist angeborene Fehlstellung der Füsse. Auch die Unterschenkelmuskulatur kann deformiert sein. Will man diese Fehlstellung in den Griff bekommen, ist eine baldige Therapie sinnvoll. Dieses Krankheitsbild kann allerdings auch im Laufe der Zeit erworben werden, wobei die angeborene Variante nicht abschliessend hergeleitet werden kann. Für den Klumpfuss gibt es mehrere Therapieformen. Die Behandlung ist aber möglichst bald angezeigt, damit sich die Fehlstellung nicht verschlimmert.

Was versteht man unter einem Klumpfuss?

Der Klumpfuss ist eine angeborene oder erworbene Fehlstellung des Fusses mit einhergehender Deformation der Unterschenkelmuskulatur. Sofern es sich um eine angeborene Fehlstellung handelt, ist diese gleich nach der Geburt sichtbar. Die Fusssohlen haben bei einem Klumpfuss eine abnormale Form, denn sie zeigen nach innen. Man spricht hierbei von einer Supinationsstellung. Bei einem erworbenen Klumpfuss läuft der Betroffene auf dem äusseren Rand des Fusses. Sogar der Fussrücken kann hier in einem begrenzten Masse als Lauffläche mitbenutzt werden.

Wie entsteht ein Klumpfuss und welche Formen gibt es?

Die Gründe für die Entstehung eines angeborenen Klumpfusses sind nicht klar. Fest steht allerdings, dass hierbei bestimmte Muskelgruppen während der Schwangerschaft nicht vollständig und korrekt ausgebildet werden. Bei einem erworbenen Klumpfuss hingegen können Verletzungen von Nerven eine zentrale Rolle spielen. Wenn diese zum Beispiel durch Traumata stark geschädigt werden, können die Muskeln, die von ihnen versorgt werden, nicht mehr benutzt werden. Dadurch bilden sich diese Muskeln zurück, es kommt zu einer Atrophie. Als Konsequenz darauf entwickelt sich dann ein Klumpfuss. Nicht nur bei der Entstehung eines Klumpfusses gibt es Unterschiede, sondern auch bei den Formen, in denen ein Klumpfuss auftreten kann. Hierbei geht es unter anderem um die konkrete Fehlstellung im Fuss.

Sichelfuss

Der Sichelfuss gilt als die häufigste Fehlstellung der Füsse bei Säuglingen. Hierbei kommt es zu einer Drehung des Fusses nach innen. Betroffen sind hierbei nicht nur der Mittelfuss, sondern auch die Zehen. Diese Fehlstellung kann sich sowohl von alleine zurückbilden als auch mithilfe geeigneter Therapien korrigiert werden.

Spitzfuss

Als Spitzfuss wird ein Leiden bezeichnet, bei dem der Betroffene die Ferse nicht komplett aufsetzen kann. Er läuft also gewissermassen auf den Zehenspitzen, wodurch diese Fehlstellung des Fusses auch ihren Namen erhält. Kinder und ältere Menschen mit Bettlägerigkeit zählen zu den Personengruppen, die am häufigsten von einem Spitzfuss betroffen sind. Der lateinische Begriff hierfür lautet „pes equinus“. Seinen Ursprung hat dieser Name darin, dass auch Pferde nur auf ihren Zehen laufen.

Hohlfuss

Bei einem Hohlfuss handelt es sich um Grunde genommen um das Gegenteil von einem Plattfuss. Der Spann liegt hier wesentlich höher, der Fuss wirkt in seiner gesamten Erscheinung kleiner, als dies bei normaler Anatomie der Fall ist.

Wie wird ein Klumpfuss behandelt?

Die zeitnahe Behandlung eines Klumpfusses ist vor allem bei Neugeborenen und Babys sinnvoll. Denn je eher ein Klumpfuss behandelt wird, desto grösser sind die Chancen, dass sich die Schäden in Grenzen halten und eine weitestgehend normale Fussstellung erreicht werden kann. Bei der Wahl der richtigen Behandlungsmethode wird zwischen dem angeborenen und dem erworbenen Klumpfuss unterschieden.

Angeborener Klumpfuss

Bei einem angeborenen Klumpfuss ist eine Operation nicht unbedingt sofort angezeigt. Der Grund: Das Gewebe der Neugeborenen und Babys ist noch recht flexibel und kann auch auf andere Art und Weise behandelt werden. So gibt es zum Beispiel die Möglichkeit, mit Gips- oder Tape-Verbänden zu arbeiten. Bei der Gips-Methode wird dem Baby ein Gipsverband angelegt. Dadurch sollen die Füsse wieder in die richtige Stellung gebracht werden. In der Regel ist diese Methode für die Babys nicht mit Schmerzen verbunden. Der Gipsverband wird regelmässig gewechselt, da diese Behandlung mehrere Schritte umfasst. Eine weitere Methode ist das Taping. Unterstützend hierzu werden die Gelenke durch eine professionelle Physiotherapie und Krankengymnastik mobilisiert. Durch die angelegten Tapes sollen die Füsse ebenfalls wieder in die korrekte Position gebracht werden. Mithilfe von orthopädischen Schuhen, Einlagen oder durch eine spezielle Schienung sollen die Korrekturen dauerhaft erhalten werden.

Wenn die konservativen Therapien nicht den gewünschten Erfolg bringen, ist eine Operation angezeigt. Allerdings zeigen Statistiken, dass der Grossteil der behandelten Kinder auf diese Therapien anspricht. Bei einer Operation wird etwa die Achillessehne verlängert So kann zum Beispiel der Spitzfuss, einer der möglichen Fehlstellungen, korrigiert werden. Darüber hinaus können im Rahmen der Fusschirurgie auch Korrekturen an den Knochen vorgenommen werden.

Erworbener Klumpfuss

Bei einem erworbenen Klumpfuss hingegen führen die konservativen Behandlungsmethoden nur selten zum gewünschten Ergebnis. In Einzelfällen helfen Schienen oder spezielle Schuhe, wenn zum Beispiel die Nerven die Ursache des Klumpfusses darstellen. Die Frage, ob eine Operation angezeigt, hängt aber nicht zuletzt davon ab, wie weit der Klumpfuss bereits ausgebildet ist. Je stärker dies der Fall ist, desto schneller sollte operiert werden. Mit einer Operation allein ist es hier aber nicht getan. Die Patienten benötigen darüber hinaus eine professionelle Krankengymnastik. Hierbei wird etwa intensiv an der Muskulatur gearbeitet. Haltungskorrekturen werden ebenfalls angewendet, so dass der Klumpfuss in Angriff genommen werden kann.

Wie sieht die Prognose bei einem Klumpfuss aus?

Wird ein Klumpfuss rechtzeitig behandelt und gegebenenfalls auch operativ versorgt, bestehen vor allem bei Säuglingen gute Chancen, diese Fehlstellungen zu beseitigen. Je länger man eine Therapie allerdings aufschiebt – oder wenn man erst gar keine Therapie durchführt – desto schlimmer werden die Beschwerden des Betroffenen.

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