Hüftdysplasie - Medizinische Experten

Die Hüftdysplasie, oder auch Dysplasiehüfte genannt, ist eine Fehlbildung der Hüftgelenkpfanne, in welche der Kopf des Oberschenkels greift. Mädchen sind häufiger als Jungen von dieser Fehlbildung betroffen. Wird die Hüftdysplasie nicht erkannt, drohen Abnutzungserscheinungen im Gelenk, die bis hin zu einer Gehbehinderung führen können.

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Hüftdysplasie - Weitere Informationen

Die Hüftdysplasie kannangeboren oder erworbensein, wobei letzteres häufig infolge von Unfällen oder starken Entzündungserkrankungen auftritt. Der Gelenkkopf des Oberschenkels findet dann keinen richtigen Halt im Gelenk, wodurch es zu Fehlbelastungen und verstärkten Abbauprozessen (mechanischer Verschleiss) kommt. Im schlimmsten Fall rutscht der Oberschenkelkopf aus der Hüftgelenkpfanne heraus. Ärzte sprechen dann von der sogenannten Hüftluxation.

Ursachen und Risiken für die Hüftdysplasie

Weshalb manche Kinder mit einer Hüftdysplasie geboren werden, ist noch immer nicht abschliessend geklärt. Dennoch kennen Ärzte einige wichtige Risikofaktoren, die eine Hüftdysplasie in der Regel begünstigen:

  • Die Lage des ungeborenen Kindes im Mutterleib hat entscheidenden Einfluss. Wird ein Kind in Steiss- oder Beckenendlage geboren, hat es ein etwa 25-mal höheres Risiko, an einer Dysplasie des Hüftgelenks zu leiden als Kinder in normaler Geburtslage.
  • Mehrlingsschwangerschaften schränken den Platz für das einzelne Kind im Mutterleib stärker ein, wodurch das Risiko für solche Fehlbildungen steigt.
  • Das Schwangerschaftshormon Progesteron, welches eigentlich den Geburtsvorgang auslöst und den Geburtskanal weitet, lockert sehr wahrscheinlich auch das kindliche Hüftgelenk – eine Hüftdysplasie entsteht in Einzelfällen, vor allem aber bei Mädchen.
  • Die Genetik ist bei der Hüftdysplasie entscheidend. Hatten bereits andere Familienmitglieder eine Hüftdysplasie, steigt das Risiko beim Kind deutlich an.
  • Finden sich Fehlbildungen im Bereich der Wirbelsäule, Beine oder Füsse, ist meist auch das Hüftgelenk betroffen.
  • Entwicklungsstörungen, wie beispielsweise ein offener Rücken (Spina bifida) fördern die Entstehung anderer Fehlbildungen.
  • Wird das Kind nach der Geburt falsch gewickelt oder werden die Hüftgelenke nicht in ihrer Fehlhaltung korrigiert, bildet sich unter Umständen ebenfalls eine Hüftdysplasie aus.

Symptome sind bei einer Hüftdysplasie nicht immer augenscheinlich

Die Hüftdysplasie verursacht anfangs weder Einschränkungen noch Schmerzen. Daher ist es nicht so leicht, festzustellen, dass etwas nicht stimmt. Routinemässig werden aber heute Neugeborene in Deutschland innerhalb der ersten Tage zu einem Ultraschall der Hüftgelenke gebeten. Mithilfe dieses Diagnoseverfahrens lässt sich schnell klären, ob die Hüftgelenke normal entwickelt sind oder eine Dysplasie vorliegt.

Je nach Lebensalter können die folgenden Anzeichen auf eine Hüftdysplasie hindeuten:

  • Beim Neugeborenen fällt unter Umständen auf, dass das eine Bein minimal kürzer erscheint als das andere. Auch kann es sein, dass ein Abspreizen der Beine bei Hüftdysplasie nur eingeschränkt möglich ist.
  • Bei älteren Kindern kommt es später eventuell zu einer Hohlkreuzbildung oder dem sogenannten „Watschelgang“. Bei diesen Anzeichen sollten Eltern immer aktiv werden und das Kind einem Kinderorthopäden oder Kinderarzt vorstellen.

Untersuchung und Diagnose einer Hüftdysplasie

Während der U2 (dritter bis zehnter Lebenstag) untersucht der Kinderarzt bereits auf das Vorliegen einer Hüftdysplasie. Für die sichere Diagnose erfolgt dann nochmals im Zuge der U3 (4. bis 6. Lebenswoche) eine Abklärung mittels Ultraschalluntersuchung. Im Ultraschall lassen sich die noch knorpeligen Strukturen der kindlichen Gelenke sehr viel besser darstellen als im Röntgenbild, weshalb das Röntgen hier als Untersuchungsmethode keine Rolle spielt. Ultraschall ist zudem strahlungsfrei und schädigt das Kind nicht. Weitere Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Hüftdysplasie sind:

  • ungleiche Hautfalten am Oberschenkelansatz,
  • eine Abspreizhemmung eines oder beider Beine sowie
  • ein instabiles Hüftgelenk.

Wie wird die Hüftdysplasie behandelt?

Entscheidend für die erfolgreiche Therapie der Hüftdysplasie ist der Grad der Fehlbildung. Je schwerer die Dysplasie oder je später sie im Leben eines Menschen diagnostiziert wurde, desto eher wird der Arzt auf operative Methoden zurückgreifen (müssen). In milderen Fällen kann besser konservativ behandelt werden. Die konservative Behandlung stützt sich auf drei wesentliche Säulen: die Ausreifungsbehandlung, die Reposition und die Retention.

Für die Ausreifungsbehandlung genügt es meist, das Kind etwas breiter zu wickeln und es seinem natürlichen Bewegungsdrang zu überlassen. In 80 % der Fälle haben die Kinder in ihrer weiteren Entwicklung dann keine Probleme mehr. Diese Reifephase wird vom Arzt auch per Ultraschall überwacht. Reposition und Retention bedeuten in erster Linie, eventuell aus der Gelenkpfanne herausgerutschte Oberschenkelknochen wieder zurückzuführen und durch spezielle Wickeltechniken das Wiederherausrutschen zu verhindern.

Gibt es besondere Vorbeugemassnahmen?

Vorbeugen kann man einer Hüftdysplasie nicht! Auch während der Schwangerschaft gibt es keine Mittel und Wege, dies zu verhindern. Um allerdings Spätfolgen zu vermeiden, sollte eine Hüftdysplasie möglichst frühzeitig diagnostiziert werden, was aufgrund der U2- und U3-Untersuchungen beim Kinderarzt sichergestellt wird.

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