Distale Radiusfraktur - Symptome, Behandlung und der richtige Arzt

Brüche der Speiche (des Radius) im Unterarm stellen die häufigste Art der Fraktur im menschlichen Körper dar. Vor allem ältere Menschen mit Osteoporose erleiden häufig eine distale Radiusfraktur. Distal bedeutet dabei „von der Körpermitte entfernt“. Gebrechliche Menschen sind einem höheren Sturzrisiko ausgesetzt. Bei dem Versuch, den Sturz mit dem Handgelenk abzufedern, kommt es häufig zu Brüchen. Aber auch junge Erwachsene, die gerne Sport treiben oder eine körperlich anspruchsvolle Arbeit verrichten, gehören zur Risikogruppe.

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Distale Radiusfraktur - Weitere Informationen

Im Volksmund auch Handgelenkbruch genannt, ist die distale Radiusfraktur eigentlich eine Fraktur der Speiche, bei der das Handgelenk in Mitleidenschaft gezogen werden kann. Die distale Radiusfraktur unterscheidet sich von einer einfachen Radiusfraktur nicht nur hinsichtlich des Bruchortes, sondern auch in Bezug auf die Behandlung. Wenn der Speichenbruch das Handgelenk beeinträchtigt oder schädigt, muss in der Regel operiert werden.

Eine konservative Behandlung, also eine einfache Gipsruhigstellung, bietet sich dagegen nur an, wenn die Speiche wie bei der einfachen Radiusfraktur ohne Fehlstellung und Beeinträchtigung der Gelenke gebrochen ist.

Symptomatik der distalen Radiusfraktur

Bei einer Fraktur der Speiche nahe dem Handgelenk treten zumeist Schmerzen im betroffenen Abschnitt auf. Diese können in Ruhelage vorkommen, verstärken sich jedoch durch Bewegung. Besonders die Auswärtsdrehung der Hand und die Unterarmdrehung sind mit Schmerzen verbunden. Der Abschnitt rund um das Handgelenk ist zumeist geschwollen und anfällig für Druckschmerz.

Je nach Schwere des Bruchs kann auch eine Fehlstellung sichtbar sein. Die Störung im anatomischen Aufbau führt zu einer erheblichen Einschränkung der Funktion, die bis zum völligen Funktionsverlust reichen kann. Ausserdem kommt es nicht selten zu einer Minderung der Kraft im betroffenen Arm. Zusätzlich können Gefühlsstörungen entstehen, so zum Beispiel, wenn aufgrund der Fraktur ein Nerv abgeklemmt oder eingeengt wird. Symptome im Überblick:

  • Druckschmerz
  • Schmerzen bei Bewegung
  • Schwellung des Unterarms beziehungsweise des Handgelenks
  • Fehlstellung
  • Funktionsstörungen beziehungsweise Funktionsverlust
  • Kraftminderung
  • Empfindungsstörungen

Ursachen für eine Speichenfraktur nahe dem Handgelenk

Frakturen der Speiche resultieren meistens daraus, dass ein Sturz mit den Händen abgefangen wird, indem der oder die Stürzende den Aufprall mit den Händen dämpft. Es passiert häufig, dass sportlich aktive Menschen aufgrund einer äusseren Einwirkung oder einer Unachtsamkeit stürzen und sich mit den Händen abfangen. Je nach Fallwinkel, Schwere des Aufpralls und Geschwindigkeit hat ein Sturz schnell einen Bruch zur Folge.

Vor allem Kontaktsportarten wie Fussball, Handball oder Basketball und sprungzentrierte Sportarten wie Hochsprung oder Weitsprung führen zu einem erhöhten Risiko. Aber auch bei kontaktarmem Sport wie Joggen oder Radfahren kommt es aufgrund der Geschwindigkeit und der Abhängigkeit vom Terrain ebenfalls häufig zu einer distalen Radiusfraktur.

Die Knochendichte nimmt mit zunehmendem Alter ab, sodass die Knochen instabiler werden. Ausserdem kommt es gehäuft zu Osteoporoseerkrankungen, die den Knochen zusätzlich schwächen. Aus diesem Grund reichen im Alter schon kleinere Stürze aus, um Brüche zu verursachen. Sehr verbreitet sind Speichenbrüche nach Stürzen aus dem Stand.

Brüche der Speiche nahe dem Handgelenk werden in zwei verschiedene Unterarten eingeordnet. Bei einem Aufprall mit der ausgestreckten Hand spricht man von einer Colles-Fraktur, bei einem Aufprall mit der gebeugten Hand von einer Smith-Fraktur. Erstere macht etwa 90 Prozent der gesamten Radiusfrakturen aus und ist damit wesentlich häufiger.

Diagnose der distalen Radiusfraktur

Ein Bruch der Speiche ist eine Angelegenheit für die Orthopädie. Der Orthopäde nimmt zunächst einen Bericht auf und stellt dem Patienten zielführende Fragen zum Hergang der Verletzung. Dann tastet er den Unterarm ab, um zu überprüfen, ob eine Schwellung vorliegt, und befragt den Patienten nach dem Druckschmerz. Der Orthopäde wendet Tests zur Funktionalität des Unterarms an. Hier werden zum Beispiel eine Drehung des Unterarms vorgenommen oder die Funktionen des Handgelenks und der Fingergelenke überprüft. Eine Kontrolle der Durchblutung und des Gefühls im Unterarm rundet die Untersuchung ab.

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Eine Speichenfraktur ohne Fehlstellung verkompliziert die Diagnose, da in diesem Fall viele Symptome wegfallen. In der Regel bestimmt der Arzt hier mittels eines Röntgenbildes zweifelsfrei die Art der zugrundeliegenden Fraktur. Besteht der Verdacht auf einen komplizierten Bruch, wird in den meisten Fällen zudem eine Computertomografie als bildgebendes Verfahren herangezogen.

Distaler Speichenbruch: Behandlung und Prognose

Während eine einfache Radiusfraktur ohne Auswirkung auf das Handgelenk konservativ behandelt werden kann, muss ein distaler Speichenbruch fast immer operativ korrigiert werden. Bei einem häufig angewandten Verfahren wird die Fraktur zunächst einer Reposition – also einer Wiederherstellung der Normalposition – unterzogen, bevor verschraubte Platten eingesetzt werden, um eine Fixierung der wiederhergestellten Position zu gewährleisten (Plattenosteosynthese). Je nach individuellem Fall bietet sich auch eine Behandlung mit Spickdrähten (Drahtfixierung) oder einem externen Metallgestell (externer Fixateur) an.

Der zuständige Mediziner muss jeden Fall einzeln bewerten und die richtige Operationsmethode finden. Das Handgelenk muss nach der Operation für eine angemessene Zeit ruhen. In der Zwischenzeit sollten umliegende Muskel- und Gelenkareale möglichst schnell wieder gezielt belastet werden. Im Rahmen einer Krankengymnastiktherapie werden Bewegungsabläufe von Fingern, Ellbogen und Schulter getestet und normalisiert. Ebenso sollten Patienten schnell wieder leichte Griffbewegungen ausführen und ihren Arm nicht komplett ruhigstellen. Im Anschluss an die Operation wird der Erfolg des Eingriffs via Röntgenaufnahme abgeklärt.

Nach acht Wochen erfolgt in der Regel eine zweite Röntgenuntersuchung, um die Heilung des Bruchs zu dokumentieren. Die verwendeten Stützmaterialien müssen nach gegebener Zeit im Rahmen eines kleineren Eingriffs entfernt werden, die Platten der Plattenosteosynthese beispielsweise nach frühestens 12 Monaten.

Die Prognose der Behandlung hängt von der Schwere des Bruchs ab. Liegt ein schwerer Bruch vor, können unter Umständen Folgebeschwerden wie chronische Schmerzen, Kraftverlust oder Empfindungsstörungen zurückbleiben. Diese müssen dann individuell behandelt werden. In der Regel reicht jedoch der operative Eingriff aus, um dem Patienten Bewegungs- und Schmerzfreiheit zurückzugeben und alle Beschwerden zu beseitigen.

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