Arthritis - Medizinische Experten

Eine Arthritis (Gelenkentzündung) ist eine sehr unangenehme Sache für die Betroffenen. Denn zusätzlich zu Schwellung und Rötung kann es hierbei auch zu sehr starken Schmerzen und zu Bewegungseinschränkungen kommen. Der Betroffene sollte sich bei diesen Anzeichen umgehend in ärztliche Behandlung begeben, denn die Gründe für eine Gelenkentzündung sind verschiedenen.

Zwar gehört auch die Arthrose zu den Gelenkkrankheiten, doch bestehen hier im Vergleich zur Arthritis einige grundlegende Unterschiede. Welche dies sind, woran man eine Arthritis erkennt, wie die Therapie aussieht und was Patienten selbst tun können, erklärt der Text weiter unten.

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Was ist eine Arthritis und wie macht sie sich bemerkbar?

Bei einer Arthritis handelt es sich um eine Gelenkentzündung, die meist mit den typischen Beschwerden einhergeht: Schmerzen, Schwellung, Rötung sowie Bewegungseinschränkungen. Darüber hinaus kann es auch zu einer fühlbaren Überwärmung kommen, vor allem dann, wenn Gelenke wie das Knie, die Ellbogen oder die Sprunggelenke betroffen sind.

Wenn man von einer Arthritis spricht, muss man eine klare Abgrenzung zur Arthrose finden. Denn während eine Arthrose durch Verschleiss von Knochen und Knorpeln entsteht, hat eine Gelenkentzündung andere Ursachen und einen anderen Verlauf. Bei einer Arthrose schmerzen in der Regel nur die betroffenen Gelenke an sich. Bei einer Arthritis kann es aber auch zu einem allgemeinen Krankheitsgefühl und zu starkem Unwohlsein kommen. Bei Kindern könnte zum Beispiel mangelnder Spieltrieb ein Alarmsignal sein.

Arthritis und Arthrose

Bei einer Gelenkentzündung gibt es unterschiedliche Bezeichnungen für die Anzahl der betroffenen Gelenke. Ist zum Beispiel nur eins betroffen, spricht man von einer Monarthritis, ist mehr als ein Gelenk entzündet, handelt es sich um eine Oligoarthritis. Wenn viele Gelenke betroffen sind, lautet der Fachbegriff Polyarthritis.

Folgende Symptome können bei einer Gelenkentzündung auftreten:

  • Schwellung
  • Schmerzen
  • Bewegungseinschränkungen
  • fühlbare Überwärmung der Haut an betroffenen Stellen
  • allgemeines Unwohlsein

Welche Formen der Arthritis gibt es?

Will man die Arthritis in verschiedene Teilbereiche gliedern, dann muss man zunächst die Ursache genau unter die Lupe nehmen. Es gibt eine bakterielle und eitrige Gelenkentzündung, die durch Keime verursacht wird. Diese können auf verschiedene Art und Weise in das Gelenk gelangen. So kann es bei Operationen oder aber auch nach Injektionen oder Verletzungen zum Eindringen von Keimen in den Körper kommen. Diese Form der Gelenkentzündung ist umgehend zu behandeln, da sie im Extremfall zu einer Sepsis (Blutvergiftung) führt. Diese kann unter Umständen lebensbedrohlich werden.

Eine weitere Form kann durch Rheuma ausgelöst werden. Stoffwechselerkrankungen können auch Grund für eine Gelenkentzündung sein. Bei der Gicht ist der Harnstoffwechsel gestört, es kommt im Verlauf dieser Erkrankung immer wieder zu Schüben, in denen die Gelenke sehr stark anschwellen und schmerzen. Eine Schuppenflechte kann ebenfalls zu einer Arthritis führen, auch wenn sie den meisten Leuten als reine Hauterkrankung bekannt ist. Die Diagnose gestaltet sich hier aber sehr schwierig, da die Gelenke schon lange vor den äusserlichen Zeichen an der Haut befallen sein können.

Darüber hinaus gibt es Sonderformen der Arthritis. Hierzu zählen etwa die Lyme-Arthritis, die durch die Lyme-Borreliose ausgelöst wird, sowie die Reaktive Arthritis, auch Reiter-Syndrom genannt, der eine bakterielle Infektion im Magen-Darm-Trakt, der Harnwege oder Geschlechtsorgane zugrunde liegt.

Faktoren, die eine Gelenkentzündung auslösen können:

  • bakterielle Infektionen durch Keime (Operationen, Injektionen, etc.)
  • Rheuma
  • Stoffwechselerkrankungen (zum Beispiel Gicht)
  • Lyme-Borreliose

Wie wird eine Arthritis festgestellt?

Aufgrund der vielfältigen Ursachen einer Gelenkentzündung ist es wichtig, diesen genau auf den Grund zu gehen. Um etwa bei einer bakteriellen Arthritis die auslösenden Erreger besser bekämpfen zu können, empfiehlt sich eine Punktion. So können die Keime identifiziert und auch die Gabe von Medikamenten entsprechend angepasst werden.

Besteht der Verdacht auf eine Rheumatoide Arthritis, können Röntgenbilder einen typischen Verlauf im Bereich der Gelenke darstellen. Auch Blutwerte können im günstigsten Fall einen Hinweis liefern. Allerdings kann es passieren, dass die Werte keinen genauen Aufschluss über die Ursache geben. Die Entzündungswerte selbst - etwa die Leukozyten oder das CRP (C-reaktives Protein) - sind hingegen recht leicht erkennbar.

Wie wird eine Arthritis therapiert?

Die korrekte Therapie richtet sich nach den Ursachen und Problemen, die die Erkrankung verursacht. Im akuten Stadium kann das Hochlagern und Kühlen ein wenig Schmerzlinderung verschaffen. Sollten die Schmerzen dann doch zu gross werden, kann auch eine Gabe von Medikamenten erfolgen. Es können Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) gegeben werden. Diese haben unter anderem Diclofenac oder Ibuprofen als Wirkstoff. Aber auch die Gabe von Kortison kann ebenso angezeigt sein wie der Einsatz von Antibiotika (gegen Infektionen) oder Mitteln, die das eigene Immunsystem unterdrücken. Der Grund: In einigen Fällen kämpft der Körper "gegen sich selbst" und begünstigt so die Entzündung.

Liegt der Entzündung eine bakterielle Infektion zugrunde, kann eine Punktion helfen. Wie bereits erwähnt, kann man so den entsprechenden Keim besser erkennen und die Medikamente darauf abstimmen. Eine mehrmalige Spülung des Gelenks kann ebenfalls angezeigt sein. Je nach Ausmass der Entzündung muss die Spülung mehrfach - unter Umständen alle zwei Tage arthroskopisch - durchgeführt werden. Sollte es aufgrund der Beschwerden zu Bewegungseinschränkungen kommen oder gar die Versteifung des Gelenks drohen, kann eine physiotherapeutische Behandlung helfen. Ist das Gelenk mitsamt seinen Strukturen zu stark geschädigt, muss eventuell ein künstliches Gelenk eingesetzt werden.

Auszug der Therapiemethoden:

  • Hochlagern und Kühlen im akuten Zustand
  • Gabe von NSAR
  • Gabe von Kortison
  • Behandlung mit Antibiotika
  • Spülungen des Gelenks
  • Physiotherapie

Wie sollte man sich bei Arthritis ernähren?

Die Frage kann pauschal nicht beantwortet werden, da man immer die Ursache für eine Gelenkentzündung beachten muss. Wurden zum Beispiel durch eine Operation oder eine Injektion Keime ins Gelenk gebracht, wird auch eine ausgewogene Ernährung hier nicht helfen können. Anders sieht es aber bei der Gicht oder der Rheumatoiden Arthritis als Ursache aus. Hier spielt die Ernährung sogar eine sehr grosse Rolle und kann auch Medikamente sparen. Etwa bei Gicht ist darauf zu achten, dass Lebensmittel mit Purin weitestgehend ausgeschlossen werden, um den Wert der Harnsäure zu senken. Fachärzte werden den Patienten helfen, eine so genannte "Gicht-Diät" zusammenzustellen. Ohnehin sollte bei einer Arthritis ein fachkundiger Mediziner aufgesucht werden.

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