Enddarmkrebs - Medizinische Experten

Der Enddarmkrebs wird in der medizinischen Fachsprache auch als Mastdarmkrebs oder Rektumkarzinom bezeichnet. Es handelt sich dabei um einen bösartigen Tumor im unteren Abschnitt des Darms, dem sogenannten Rektum.

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Zusammen mit den bösartigen Tumoren des mittleren Dickdarmabschnitts (Colon) macht das Rektumkarzinom mehr als 95 Prozent aller bösartigen Darmtumore aus. Bis zu 90 Prozent aller Karzinome im Darm sind Adenokarzinome. Das bedeutet, dass sie sich aus den Drüsen der Darmschleimhaut entwickeln. Der Darmkrebs ist eine der häufigsten Krebsarten in den westlichen Staaten. Durchschnittlich sind die Betroffenen bei der Diagnose über 60 Jahre alt.

Enddarmkrebs – Entstehung und Ursachen

Die genauen Entstehungsmechanismen konnten noch nicht geklärt werden, allerdings gibt es einige bekannte Risikofaktoren, die massgeblich zur Tumorentwicklung beitragen können. Beim rektalen Karzinom handelt es sich um ein multifaktorielles Krankheitsgeschehen. Das bedeutet, dass es verschiedene erbliche Faktoren sowie Ernährungs- und Lebensgewohnheiten gibt, die eine Krebserkrankung des Enddarms begünstigen können. Zudem sind auch Faktoren bekannt, die vor Darmkrebs schützen. Diese bezeichnet man als protektive Faktoren. Einer der wichtigsten Risikofaktoren ist das Alter. Ist eine Krebserkrankung des Darms im Alter von 30 Jahren noch äusserst selten, steigt das Risiko mit zunehmendem Lebensalter deutlich an. So entstehen mehr als 90 Prozent aller rektalen Karzinome erst nach dem 50. Lebensjahr. Eine ebenso entscheidende Rolle spielt die genetische Veranlagung. Bei Menschen mit direkten Verwandten, die an Darmkrebs erkrankt sind, besteht ein dreifach erhöhtes Krebsrisiko. Das Risiko steigt zudem, wenn Dickdarmpolypen vorliegen. Diese Geschwülste der Darmschleimhaut haben ein hohes Entartungsrisiko. Ebenso gehen chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED) wie die Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn mit einem erhöhten Krebsrisiko einher. Bei der Entstehung des Karzinoms im Enddarm spielt ferner die Ernährung eine Rolle. Als Risikofaktoren gelten hier:
  • eine erhöhte Kalorienzufuhr
  • ein hoher Fett- und Fleischanteil in der täglichen Ernährung
  • eine zu geringe Zufuhr von Ballaststoffen

Insbesondere der tägliche Verzehr von rotem Fleisch wie Schweine- oder Rindfleisch und von Produkten, die aus rotem Fleisch hergestellt wurden, scheint sich ungünstig auf die Darmgesundheit auszuwirken. Hingegen ist regelmässiger Fischgenuss ein protektiver Faktor. Dasselbe gilt für eine hohe Ballaststoffaufnahme. Langjähriges Rauchen, Bewegungsmangel, Übergewicht und übermässiger Alkoholkonsum stellen weitere Risikofaktoren für rektale Karzinome dar.

Enddarmkrebs – Symptome und Warnzeichen

Bei den meisten Betroffenen verursacht der Tumor im Enddarm lange gar keine oder kaum Beschwerden. In den frühen Stadien ist der Enddarmkrebs deshalb meist eine Zufallsdiagnose und wird bei Routineuntersuchungen oder bei Untersuchungen aus einem anderen Anlass entdeckt. Die ersten Anzeichen sind meist wenig charakteristisch und werden daher von den Betroffenen häufig zunächst ignoriert. So können sich die Stuhlgewohnheiten verändern. Ein häufiger Stuhldrang, Verstopfungen, Durchfall oder Wechselstühle können mögliche Anzeichen für Enddarmkrebs sein. Auch sichtbares Blut kann auf eine Krebserkrankung des Enddarms hinweisen. Frisches Blut färbt den Stuhl oft rötlich. Einige Patienten mit Enddarmkrebs berichten zudem über einen äusserst übel riechenden Stuhl. Wenn der Tumor das Darmrohr verengt, können Formveränderungen auftreten. Charakteristisch für das rektale Karzinom ist der sogenannte Bleistiftstuhl, der sehr dünn geformt ist. Im Rahmen einer Krebserkrankung des Darms können weitere Beschwerden auftreten. Dazu gehören:
  • Übelkeit
  • Völlegefühl
  • Darmgeräusche
  • Blähungen
  • Schmerzen beim Stuhlgang
  • krampfartige Bauchschmerzen

Dazu zeigen sich häufig uncharakteristische Allgemeinsymptome wie Müdigkeit, Nachtschweiss, Gewichtsverlust oder eine verminderte Leistungsfähigkeit. In fortgeschritteneren Erkrankungsstadien sind drastischere Beschwerden möglich. Wenn der Tumor blutet, kann sich eine Blutarmut entwickeln. Darauf deuten Symptome wie Müdigkeit, eine ausgeprägte Blässe, Haarausfall oder eine erhöhte Infektanfälligkeit hin. Ein sehr grosser Tumor kann den Darm des Patienten so verengen, dass dieser keinen Stuhl mehr ausscheiden kann. Die Folge ist ein Darmverschluss, der mit starken, kolikartigen Schmerzen einhergeht. Der Tumor kann sich auch über den Darm hinaus ausbreiten. Ebenso können Fernmetastasen andere Organe und Gewebe befallen und so weitere Beschwerden hervorrufen.

Die Therapie von Krebserkrankungen des Enddarms

Die Therapie ist abhängig von zwei Faktoren: Zunächst spielt der genaue Ort des Tumors eine Rolle. Ausserdem ist das Stadium wichtig, in welchem sich der Tumor zum Zeitpunkt der Diagnosestellung befindet. Therapieverfahren der Wahl ist in der Regel auch in fortgeschritteneren Stadien die chirurgische Entfernung. So soll auch möglichen Komplikationen wie dem Darmverschluss vorgebeugt werden. Während nach der Operation früher in der Regel ein künstlicher Darmausgang gelegt werden musste, können moderne Operationsverfahren wie die Totale Mesorektale Exzision oder die Transanale Mikrochirurgie diesen für die Betroffenen sehr drastischen Eingriff oft verhindern. Je nach Ausprägung des Tumors kann eine Kombinationstherapie erfolgen. Hier erhalten die Patienten zusätzlich zur Operation eine Strahlentherapie, Chemotherapie und/oder eine Radiochemotherapie. Die Kombination aus Strahlen- und Chemotherapie wird immer häufiger vor Operationen zur Verkleinerung des Tumors durchgeführt. Diese Art der Behandlung bezeichnet man als neoadjuvante Therapie. Doch auch eine Chemo- oder Strahlentherapie nach dem chirurgischen Eingriff ist möglich. Mithilfe dieser adjuvanten Therapie sollen Rezidive (Rückkehr der Krankheit) verhindert werden. Auch bei einem inoperablen Tumor oder bei fortgeschrittener Metastasierung erhalten die Patienten häufig eine Chemotherapie. Diese palliative Therapie dient neben der Verlängerung der Lebenszeit auch der Verbesserung der Lebensqualität der Patienten.

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