Shunt - Medizinische Experten

Bei einem Shunt handelt es sich um eine natürliche oder künstliche Verbindung zwischen zwei Hohlorganen oder Körperhöhlen, die im Normalfall voneinander getrennt sind. Mithilfe eines Shunts lässt sich der Übertritt von Körperflüssigkeiten zwischen den einzelnen Bereichen ermöglichen.

Weitere Informationen zum Shunt finden Sie im Text weiter unten.

Übersicht

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Shunt - Weitere Informationen

In der Medizin wird ein Shunt als Kurzschluss bezeichnet. Gemeint ist damit eine Verbindung zwischen Hohlorganen oder Körperhöhlen, bei denen sonst normalerweise eine Trennung besteht. Die Verbindung zwischen den einzelnen Körperbereichen entsteht entweder natürlich durch eine Fehlbildung oder wird von Medizinern künstlich angelegt. Dieses Vorgehen dient dem Zweck, eine Therapie zu unterstützen.

Wie funktioniert ein Shunt?

Zum Einsatz beim Anlegen eines Shunts kommt ein künstliches Röhrchen. Durch das Implantieren dieses Röhrchens im Rahmen einer Shunt-OP besteht beispielsweise die Option, eine Verbindung zwischen Arterie und Vene zu schaffen, damit sich der Blutfluss des Patienten erhöht. Dadurch können Leistungen erbracht werden, die sich allein mit natürlichen Blutgefässen nicht durchführen liessen.

Obwohl es auch natürliche Shunts wie Fehlbildungen oder embryonale Shunts wie Aortenshunts, Vorhofshunts oder Lebershunts gibt, die wichtig für den Embryonalkreislauf sind, entstehen die meisten Shunts auf künstliche Weise. Diese Verfahren gelten als sinnvoll, um einen effektiven Fluss von Körperflüssigkeiten zu gewährleisten. Eine bekannte Shuntanlage stellt zum Beispiel der Dialyseshunt dar, der im Rahmen einer Butwäsche eingesetzt wird.

Um seinen Zweck zu erfüllen, muss der Shunt bestimmten Anforderungen erfüllen. Dazu gehören eine vorgeschriebene Länge sowie ein spezieller Durchmesser des Instruments, damit sich eine Punktion mit zwei Nadeln durchführen lässt. Das Einsetzen des Shunts findet zumeist dicht unter der Haut statt, um problemlose Punktionen zu ermöglichen.

Von hoher Bedeutung beim Anlegen eines Shunts ist ausserdem die Hygiene. So besteht das Risiko, dass Keime ins Innere des Körpers vordringen und dort gesundheitliche Schäden hervorrufen. Ausserdem muss der Arzt den Shunt regelmässig überwachen. Auf diese Weise stellt er sicher, dass die Shuntfunktionen auch optimal erfüllt werden.

Wozu wird ein Shunt verwendet?

Ein Shunt kann unterschiedliche Zwecke erfüllen. So dienen natürliche Shunts innerhalb des Körpers des ungeborenen Kindes zur Sauerstoffversorgung des Embryos. Künstliche Shunts werden dagegen aus medizinischen Gründen angelegt. 

Dialyseshunts

Von einem Dialyseshunt ist die Rede, wenn eine von einem Chirurgen angelegte Kurzschlussverbindung zwischen einer Arterie sowie einer Vene im Rahmen einer Niereninsuffizienz angelegt wird. Der Eingriff findet in einer Klinik statt. Durch den Dialyseshunt lassen sich simple Gefässpunktionen zum Aufnehmen von Dialysekanülen ermöglichen. Ausserdem sorgt der Shunt dafür, dass der Blutfluss bei der Hämodialyse ausreicht.

Das Einrichten des Dialyseshunts erfolgt in den meisten Fällen am Handgelenk zwischen Vena cephalica und Arteria radialis. Dialyseshunts am Handgelenk tragen auch die Bezeichnung Cimino-Shunt. Zur Anwendung kommt dieses Verfahren seit 1960. Bei schweren Funktionsstörungen der Nieren ist der Einsatz eines Shunts sogar lebensnotwendig.

Ventrikulo-peritonealer Shunt

Auf dem Gebiet der Neurochirurgie kommt der ventrikulo-peritoneale Shunt (VP-Shunt) zum Einsatz, um im Falle eines Hydrocephalus (Wasserkopf) dauerhaft Gehirnwasser (Liquor cerebrospinalis) ableiten zu können. Zum operativen Anlegen des VP-Shunts, auch Cerebralshunt genannt, führt der Chirurg einen Schlauch über die Decke des Schädels weiter über Hals und Brustwand zur Bauchfellhöhle hin ein. Manche VP-Shunts sind auch mit einem Ventil ausgestattet, das sich von der Aussenseite des Körpers verstellen lässt. Dadurch besteht die Option, den Abfluss der Gehirnflüssigkeit bei Bedarf anzupassen.

Shunt-Operationen am Herzen

Das Anlegen eines Shunts kann bei bestimmten Herzfehlern als therapeutische Massnahme angewendet werden. Ziel dieses Vorgehens ist die Verbesserung der Sauerstoffversorgung des Herzmuskels.

Komplikationen eines Shunts

Weil das Anlegen eines Shunts in das Gefässsystem keinen physiologischen Zustand darstellt, treten im Shuntbereich nicht selten Komplikationen auf. Diese können unter Umständen einen langsam voranschreitenden oder abrupten Verschluss des Shunts bzw. seinen Verlust zur Folge haben. Häufige Komplikationen sind:

  • Unzureichender Blutfluss
  • die Bildung von Gerinnseln im Blut (Thromben)
  • Gefässveränderungen wie ein Shuntaneurysma (Ausweitung des Gefässes) oder eine Shuntstenose (Engstelle im Blutgefäss)
  • eine Shuntinfektion, die sogar eine Blutvergiftung (Sepsis) nach sich ziehen kann
  • das Steal-Syndrom, das mit Taubheitsgefühlen, Kälteempfinden, Schmerzen und Zyanose an den Gliedmassen einhergeht
  • eine Herzinsuffizienz
  • Hämatome durch Fehlpunktionen, bei denen ein Gefäss durchstochen wird.

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