Raynaud-Syndrom - Medizinische Experten

Viele Menschen kennen das Gefühl, wenn die Hände oder Zehen auf einmal kalt und/oder taub werden. Wenn dies häufiger vorkommt, ist ein Gang zum Arzt angezeigt, denn es kann sich dabei um das so genannte Raynaud-Syndrom handeln. Medizinisch gesehen handelt es sich um eine Gefässerkrankung, die durch Krämpfe in den Gefässen hervorgerufen wird. Man muss zwischen verschiedenen Formen dieser Erkrankung unterscheiden, wobei die Therapieansätze hier ebenfalls unterschiedlich sind.

Weitere Informationen zum Raynaud-Syndrom finden Sie im Text weiter unten.

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Raynaud-Syndrom - Weitere Informationen

Was versteht man unter einem Raynaud-Syndrom?

Bei einem Raynaud-Syndrom werden die Finger und Zehen urplötzlich kalt oder taub. Die Finger sind hierbei öfter betroffen. Durch Störungen in den Gefässen ist die Blutzufuhr zu den Gliedmassen verringert. Neben Taubheitsgefühlen und Kälte kann es an den betroffenen Gliedmassen auch zu Blässe, Blauverfärbungen oder zu Rötungen kommen. Nicht zuletzt deshalb wird das Raynaud-Syndrom auch als eine Erkrankung mit dem so genannten „Trikolore-Phänomen“ bezeichnet. Es werden zwei unterschiedliche Formen dieses Beschwerdebildes unterschieden:

Primäres Raynaud-Syndrom:

Hierbei kann die Ursache nicht endgültig festgestellt werden. Vor allem Frauen sind besonders betroffen. Statistisch gesehen leiden Frauen fünfmal häufiger an diesem Beschwerdebild als Männer. Besonders oft trifft es Frauen zwischen 20 und 40 Jahren.

Sekundäres Raynaud-Syndrom:

Diese Variante ist eine Folge anderer Erkrankungen. So kann es zum Beispiel bei Überdosierung bestimmter Medikamente, durch Verletzungen, Krankheiten oder durch Vererbung zu diesem Leiden kommen.

Was sind die Symptome beim Raynaud-Syndrom?

Bei dieser Erkrankung tritt typischerweise eine Blässe an den Fingern oder Zehen auf. Zudem kann es zu bläulichen Verfärbungen sowie auch zu Schmerzen führen. Taubheitsgefühle sowie andere Missempfindungen können sich hier ebenfalls einstellen. Wenn die Anfälle nachlassen – oft tun sie das bei der primären Variante nach etwa 30 Minuten – können auch Hautrötungen auftreten. Allerdings können diese Attacken auch länger als eine halbe Stunde andauern.

Handelt es sich um ein primäres Raynaud-Syndrom, dann treten die Symptome in der Regel an beiden Händen und Füssen auf. Bei der sekundären Variante jedoch ist nur eine Seite betroffen. Grundsätzlich besteht die Gefahr, dass diese Krampfanfälle auch über einen längeren Zeitraum hinweg anhalten können. Ist dies der Fall, dann drohen weitere Schäden. Zu beachten ist allerdings, dass zu diesen Auswirkungen allerdings eher bei der sekundären Form kommt. Hierbei können dann auch weitere Symptome wie Hautschwellungen oder veränderte Blutgefässen auftreten.

Überblick: häufige Symptome:

  • Blässe der Haut
  • bläuliche Verfärbung der Haut
  • Schmerzen
  • kalte Gliedmassen
  • Hautrötungen
  • Schäden am Gewebe und an Gefässen
  • Schwellungen der Haut

Wie wird das Raynaud-Syndrom diagnostiziert?

Der Arzt kann durch die Schilderungen des Patienten bereits einen ersten Hinweis bekommen. Zum Beispiel wird er fragen, wann Missempfindungen auftreten oder wie lange sie dauern. Zudem kann sich der Verdacht durch einige Tests noch mehr erhärten. Ein probates Mittel ist hier der Faustschlusstest, der einen Hinweis auf den Blutstrom geben kann. Darüber hinaus kann noch eine gezielte Untersuchung der Arterien erfolgen sowie der Versuch, die Beschwerden durch plötzliche Kälte herbeizuführen.

Vermutet der Mediziner ein sekundäres Raynaud-Syndrom, dann fallen die Untersuchungen umfangreicher aus. Zum Beispiel können Blutuntersuchungen einen Hinweis auf die eine oder andere Grunderkrankung geben. Auch eine genaue Inspektion der Fingernägel ist angezeigt, da sich im Nagelfalz typische Spuren zeigen können.

Welche Ursachen führen zum Raynaud-Syndrom?

Da es sich um eine spontane Verengung der Blutgefässe handelt, spielt Kälte bei der Entstehung eine grosse Rolle. Aber es gibt noch einen anderen Risikofaktor, der nicht nur bei diesem Beschwerdebild zum Tragen kommt: Stress. Unterm Strich sind aber die genauen Gründe für die primäre Variante noch nicht endgültig erforscht. Allerdings gilt das Rauchen oder aber auch Störungen im Hormonhaushalt als weitere Risikofaktoren.

Das sekundäre Raynaud-Syndrom kann durch diverse Grunderkrankungen ausgelöst werden. Zum Beispiel können Gefässkrankheiten hier ebenfalls eine Rolle spielen wie Rheuma oder Nervenleiden, etwa Multiple Sklerose (MS). Aber auch Krebserkrankungen können es hervorrufen. Das Gleiche gilt für das Karpaltunnelsyndrom, bei dem es zu einer Einklemmung von Nerven im Bereich des Handgelenks kommt, oder für Autoimmunerkrankungen.

Wie wird das Raynaud-Syndrom behandelt?

Das primäre Raynaud-Syndrom bedarf im Grunde keiner speziellen Behandlung. Wenn die Betroffenen über kalte Gliedmassen klagen, so kann es helfen, diese in warmes Wasser einzutauchen. Bei kälten Fingern hat es sich auch bewährt, die Hände unter die Achseln zu stecken. Da nicht selten Stress die Ursache ist, empfiehlt sich eine konsequente Stressreduktion. Als Hilfsmittel dienen hier spezielle Programme, etwa zu gezielten Muskelentspannung. Massagen und das Bewegen der Gliedmassen sind ebenfalls probate Mittel, da die Durchblutung dadurch angeregt wird.

Um das sekundäre Raynaud-Syndrom zu behandeln, gilt es zunächst, die Grunderkrankung zu finden, durch das es hervorgerufen wird. Wenn der Arzt die mögliche Krankheit diagnostiziert hat, kann eine gezielte Therapie erfolgen. Medikamente, die die Durchblutung fördern, können ebenfalls verabreicht werden. Sind bereits Wunden durch das Absterben von Gewebe entstanden, werden diese versorgt. Operationen, bei denen bestimmte Nerven blockiert werden, sind vor allem bei schwereren Krankheitsverläufen angezeigt.

Mögliche Behandlungsmethoden im Überblick:

  • Stressabbau
  • Massagen und Bewegen der betroffenen Gliedmassen
  • Baden der Gliedmassen in warmem Wasser
  • Medikamente
  • Operationen

Wie sieht die Prognose beim Raynaud-Syndrom aus?

Das primäre Raynaud-Syndrom ist nicht gefährlich, zudem nehmen die krampfartigen Anfälle bei zunehmendem Alter ab. Die Lebensqualität wird nicht signifikant eingeschränkt. Etwas komplizierter ist der Verlauf beim sekundären Raynaud-Syndrom, da hier zunächst die Grunderkrankungen behandelt und eventuelle Schäden versorgt werden müssen. In Extremfällen können durch die Gewebeschäden Amputationen nötig werden, jedoch sind diese relativ selten.

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