Wechseljahresbeschwerden

Als Wechseljahresbeschwerden bezeichnet man die krankheitsähnlichen Symptome, an denen Frauen leiden, wenn sich der Hormonhaushalt wandelt. Obwohl sie de facto nicht als Krankheit im engeren Sinne aufgefasst werden dürfen, können Wechseljahresbeschwerden einen grossen Einfluss auf das Lebensgefühl und die allgemeine Stimmungslage haben. Die Behandlung und Linderung von Wechseljahresbeschwerden ist daher für Ärzte und ihre Patientinnen in den letzten Jahrzehnten immer wichtiger geworden.

Übersicht

Empfohlene Spezialisten

Wechseljahresbeschwerden - Weitere Informationen

Wechseljahresbeschwerden: Definition

Das Klimakterium, wie die Wechseljahre im Fachjargon bezeichnet werden, tritt in der Regel zur Mitte des Lebens ein. Im Schnitt kommen Frauen im Alter von etwa 52 Jahren in die Menopause. Dieser Begriff beschreibt den zeitlichen Abschnitt, in dem Frauen ihre letzte Regelblutung haben. Im Anschluss an die Menopause ist die Östrogenproduktion der Eierstöcke um ein Vielfaches eingeschränkt, sodass sich beispielsweise auch die weibliche Körperform wandelt und oftmals männlichen Figuren angleicht.

Neun von zehn Frauen in den Wechseljahren leiden währenddessen unter einem oder mehreren der verschiedenen Symptome. Diese werden als störend, ungewohnt und einschränkend wahrgenommen, sodass es auch zu psychischen Folgesymptomen kommen kann. Die Wechseljahre sind nicht nur ein Abschnitt hormoneller Wandlungsprozesse, sondern auch eine von den Betroffenen als belastend empfundene Leidenszeit, in der es zu vielfältigen Problemen mit der eigenen Körpererfahrung kommt.

Erste Anzeichen von Wechseljahresbeschwerden

Wer in die Wechseljahre kommt, wundert sich zunächst meistens über Unregelmässigkeiten im Zyklus. Die Periode ist kürzer oder länger als gewohnt und die Blutung oftmals stärker. Manchmal gehen diese Beobachtungen mit einer erhöhten Trockenheit der Schleimhäute einher. Es kann, je nach individuellem Fall, aber auch vorkommen, dass sich der Beginn des Klimakteriums nicht ankündigt, sondern plötzlich und unvermutet eintritt.

Physische Symptome – Hitzewallungen und Co

Die Symptomatik der Wechseljahresbeschwerden ist vielschichtig. Manche Studien legen nahe, dass viele der als charakteristisch wahrgenommenen Symptome nicht nur eine Begleiterscheinung der Wechseljahre seien, sondern auch andere Ursachen haben können. Grundsätzlich ist sich die Medizin jedoch bei der Symptomatik weitgehend einig.

Untrennbar mit den Wechseljahren verbunden ist der Begriff Hitzewallungen. Eine grosse Mehrheit von Frauen im Klimakterium berichtet von regelmässigen Hitzewallungen, also Ausbrüchen von extremer Wärmeempfindung. Diese breiten sich oftmals vom Kopf über den gesamten Körper aus, dauern meistens nur einige Minuten und sind nicht selten mit einem gesteigerten Herzklopfen verbunden. Gelegentlich ist die Wärmeempfindung so stark, dass der Körper beginnt, Schweiss zu produzieren. Die Hitzewallungen erzeugen nicht nur körperliches Unbehagen, sondern setzen die Betroffene auch einer grossen Stresssituation aus, zum Beispiel wenn die Symptomatik in der Öffentlichkeit auftritt.

Des Weiteren ist ein gestörter Schlafrhythmus typisch für die Wechseljahre. Das Einschlafen fällt schwerer, der Nachtschlaf ist unruhig und die Wachphasen sind in der Nacht lang. Dementsprechend ausgeprägt ist morgens das Gefühl der Müdigkeit und Kraftlosigkeit. Der mangelnde und wenig erholsame Schlaf trägt dazu bei, dass auch Mattigkeit, eine abnehmende Leistungsfähigkeit und Erschöpfungsempfindungen zu den Wechseljahresbeschwerden gezählt werden. Ob diese Symptome von den Hormonschwankungen ausgelöst werden oder Folgebeschwerden des gestörten Schlafrhythmus sind, ist in medizinischen Fachkreisen nicht abschliessend geklärt. Es ist jedoch unbestritten, dass die Symptome auftreten und für Unbehagen sorgen.

Frau mit Schlafstörung

Viele Frauen klagen auch über eine Trockenheit der Schleimhäute im Bereich der Vagina und einen erhöhten Harndrang, der sich im Extremfall bis zu einer temporären Inkontinenz steigern kann. Als Folge sind die Harnwege und die Vaginalflora (bakterielle Besiedlung der Vagina zur Bekämpfung von Erregern) häufiger Pilzen und Infektionen ausgesetzt.

Zu den möglichen Auswirkungen der Wechseljahre zählen unter anderem: Muskel- und Gelenkbeschwerden, Osteoporose, Herz-Kreislauf-Störungen.

Psychische Symptome bei Wechseljahresbeschwerden

Die Wechseljahre sind ein kraftraubender Vorgang, der sich auch in der psychischen Konstitution niederschlägt. Oftmals ist der Zeitraum vor und nach der Menopause für die Betroffenen eine Phase der psychischen Belastung. Durch das vielfach chronische Erschöpfungsgefühl, die verschiedenen Schmerzempfindungen und das Hadern mit dem eigenen Selbstbild induzieren die Wechseljahre negative Stimmungen, die in vielen Fällen zu einer depressiven Verstimmung führen können.

Betroffene fühlen sich leer, unbrauchbar und scheitern an positiven Zukunftsvisionen. Die nagenden Bedenken und hormonellen Unregelmässigkeiten führen eine verstärkte Reizbarkeit und Nervosität herbei, die in manchen Fällen den sozialen Umgang mit der Umwelt erschweren.

Was tun bei Wechseljahresbeschwerden?

Der erste Ansprechpartner beim Problemkomplex Wechseljahre ist der Frauenarzt. Dieser ist bestens mit den Besonderheiten des weiblichen Hormonhaushalts vertraut. Die Symptome der Wechseljahre können mittels Hormonersatztherapie effizient gelindert werden. Eine Hormonersatztherapie, kurz HET, unterliegt jedoch keinem festen Schema, sondern muss auf die hormonellen Eigenheiten jeder Betroffenen abgestimmt werden. Aus diesem Grund sollten Betroffene ihrem Frauenarzt bei der Planung einer HET möglichst mit allen relevanten Informationen zum Verlauf des Zyklus und etwaigen Besonderheiten weiterhelfen, damit dieser das richtige Mass der Behandlung findet.

Im Rahmen einer HET werden dem Organismus die vormals körpereigenen Hormone zumeist im Rahmen einer Kombinationstherapie (Östrogen und Gestagene) verabreicht, um ihm gewissermassen vorzugaukeln, alles bewege sich in normalen Bahnen. Auf diese Weise kann die Symptomatik der Wechseljahre wirkungsvoll eingedämmt werden, sodass Betroffene weniger oder im besten Falle nichts von den umwälzenden hormonellen Vorgängen im eigenen Körper spüren. Hormonpräparate gibt es in vielen verschiedenen Varianten. Sie werden als Tabletten, Cremes, Zäpfchen oder Spritzen verabreicht.

Als Alternative für eine medikamentöse HET bietet die Homöopathie pflanzliche Arzneimittel wie Mönchspfeffer oder Traubensilberkerze. Gegen die Schlafstörungen hilft Baldrian. Mit dem richtigen Therapieansatz ist es möglich, die Wechseljahresbeschwerden auf ein sehr erträgliches Mass herunterzustutzen und den Betroffenen mehr Lebensqualität zu ermöglichen.

Valeriana officinalis Echter Baldrian

Standorte der Spezialisten

Klinikstandorte
Flughäfen