Risikoschwangerschaft - Medizinische Experten

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Risikoschwangerschaft - Weitere Informationen

Bei einer Risikoschwangerschaft liegen sich durch die Krankengeschichte der werdenden Mutter abzeichnende Risikofaktoren (sogenannte anamnestische Risiken) oder durch einen Untersuchungsbefund während der aktuellen Schwangerschaft bestätigte Risikofaktoren vor. Durch diese Faktoren ist das Risiko für Komplikationen und Risikogeburten im Vergleich zu einer „normalen Schwangerschaft“ erhöht, weshalb eine Risikoschwangerschaft mit einer engmaschigeren und intensiveren medizinischen Versorgung und Betreuung von Mutter und Kind während der Schwangerschaft und Geburt einhergeht.

Eine Risikoschwangerschaft bedeutet nicht, dass für Mutter und/oder Kind eine akute Gefahr besteht. Vielmehr wird diese Einstufung durch den Arzt vorgenommen, um die intensivere Betreuung gegenüber der jeweiligen Krankenkasse zu rechtfertigen, die im Falle einer festgestellten Risikoschwangerschaft die Kosten für die korrespondierenden Untersuchungsmassnahmen übernehmen wird. Etwa 40 bis 50 Prozent der Schwangerschaften werden als Risikoschwangerschaft eingestuft, gleichzeitig kommen etwa 97 Prozent der Kinder gesund zur Welt.

Einstufung einer Schwangerschaft als Risikoschwangerschaft

Im Rahmen der Anamnese und anschliessenden Untersuchungen findet durch den Arzt eine Einschätzung der mit einer Schwangerschaft einhergehenden Risiken für die werdende Mutter und das Kind statt. Anhand dieser Risikoeinschätzung können gezielt die therapeutischen und insbesondere präventiven Massnahmen zur individuellen Schwangerenvorsorge geplant werden. Die Mutterschaftsrichtlinien (genau: Richtlinien des Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen über die ärztliche Betreuung während der Schwangerschaft und nach der Entbindung) legen fest, welche anamnestischen und während einer aktuellen Schwangerschaft festgestellten Risiken dazu beitragen, dass eine Schwangerschaft als Risikoschwangerschaft eingestuft wird.

Krankengeschichte der werdenden Mutter – die anamnestischen Risiken

Die anamnestischen Risiken werden anhand der Krankengeschichte der werdenden Mutter bestimmt und sind gemäss Mutterschaftsrichtlinien wie folgt definiert:
  • schwere Allgemeinerkrankungen: unter anderem Nieren- oder Lebererkrankungen, schwere Adipositas (Fettleibigkeit)
  • Alter: erste Geburt vor dem 18. Lebensjahr oder nach dem 35. Lebensjahr, da bei Frauen über 35 die Wahrscheinlichkeit für eine Chromosomenstörung beim Kind (wie Trisomie 21 beziehungsweise Down-Syndrom) sowie eine schwangerschaftsbedingte Erkrankung der Mutter (beispielsweise Schwangerschaftsdiabetes) erhöht ist
  • gynäkologische oder geburtshilfliche Risikofaktoren:
    • Allgemeinzustand nach einer Sterilitätsbehandlung
    • mehrfache Fehl- oder Frühgeburten
    • totgeborene beziehungsweise beeinträchtigte Kinder im Vorfeld
    • Entbindung von Kindern mit einem Gewicht über 4000 Gramm (sogenannte Makrosomie) oder einer Unterentwicklung (sogenannte Hypotrophie) im Vorfeld
    • Mehrlingsschwangerschaften oder -geburten im Vorfeld
    • Allgemeinzustand nach chirurgischen Eingriffen an der Gebärmutter (unter anderem Kaiserschnitt, Entfernung eines Myoms beziehungsweise gutartigen Tumors der Gebärmuskulatur) oder aufgrund einer Fehlbildung der Gebärmutter
    • Komplikationen im Rahmen vorheriger Entbindungen: atypische Plazentalokalisation (Placenta praevia), vorzeitige Plazentaablösung (Abruptio placentae), Nachgeburtsblutungen (postpartale Blutungen), Gerinnungsstörungen, Krämpfe oder durch ein Blutgerinnsel verursachter Gefässverschluss (Thromboembolie)
    • Mehrgebärende ab dem 40. Lebensjahr
    • Vielgebärende mit mehr als vier Kindern aufgrund eines erhöhten Risikos für genetische Defekte, eine Plazentainsuffizienz (das ungeborene Kind kann nicht ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden) sowie aufgrund möglicher geburtsmechanischer Risiken infolge einer Überbeanspruchung des mütterlichen Organismus
    • Nierenbeckenentzündung

Risiken, die im Rahmen der aktuellen Schwangerschaft festgestellt werden

Gemäss den Mutterschaftsrichtlinien sind die durch eine Untersuchung im Rahmen der aktuellen Schwangerschaft festgestellten Faktoren, die eine Risikoschwangerschaft definieren, folgende:
  • hypertensive Schwangerschaftserkrankungen: unter anderem erhöhter Blutdruck der Mutter nach der 20. Schwangerschaftswoche (Gestationshypertonie), erhöhter Blutdruck plus Eiweiss im Urin (Präeklampsie), im Rahmen einer Präeklampsie auftretende Krampfanfälle (Eklampsie), HELLP-Syndrom (Auflösung der roten Blutkörperchen, erhöhte Leberenzyme, erniedrigte Zahl an Blutplättchen)
  • Anämie (Blutarmut)
  • Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes beziehungsweise Diabetes mellitus Typ 4)
  • Blutgruppeninkompatibilität (Früherkennung und Prophylaxe eines sogenannten Morbus haemolyticus neonatorum bzw. fetalis): Besteht eine Inkompatibilität aufgrund unterschiedlicher Blutgruppen und Rhesusfaktoren zwischen Mutter und Kind, kann die Mutter Antikörper (zumeist kurz vor der Geburt) gegen die roten Blutkörperchen ausbilden. Diese führen bei einer weiteren Schwangerschaft zu einer Reaktion des mütterlichen Immunsystems auf das Baby, das dadurch geschädigt werden kann.
  • Gynäkologische Faktoren:
    • Blutungen innerhalb der Gebärmutter (uterine Blutungen)
    • Missverhältnis zwischen der Grösse der Gebärmutter und der des ungeborenen Kindes aufgrund eines verlangsamten oder zu schnellen Wachstums des Kindes, einer Zwillingsschwangerschaft, Fehlbildung der Chorionzotten, einer erhöhten Fruchtwassermenge (Hydramnion) oder eines gutartigen Tumors des Muskelgewebes der Gebärmutter (Myom)
    • drohende Frühgeburt bei frühzeitigen Wehen oder Muttermundschwäche (Zervixinsuffizienz)
    • Mehrlingsschwangerschaften und anormale Lage des Kindes in der Gebärmutter
    • Überschreitung oder Unklarheit bezüglich des Geburtstermins
Risikoschwangerschaften können mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit einer Risikogeburt einhergehen. Dies gilt insbesondere bei folgenden Befunden:
  • Frühgeburt
  • Placenta praevia (vorzeitige Plazentaablösung)
  • sämtliche Diskrepanzen zwischen Kindsgrösse oder -lage und Geburtswegen

Engmaschige Vorsorge bei Risikoschwangerschaften

Aufgrund des erhöhten Risikos für die werdende Mutter und das ungeborene Kind bedürfen Risikoschwangerschaften einer intensiveren Vorsorge. Daher finden bei Vorliegen einer Risikoschwangerschaft engmaschigere Untersuchungen statt: bis zur 32. Wochen häufiger als im Vierwochenabstand und in den letzten 8 Schwangerschaftswochen häufiger als im Zweiwochenturnus. In besonders kritischen Fällen kann die Schwangere in den letzten Wochen auch zur stationären Überwachung in ein entsprechendes Krankenhaus mit perinatologischer Betreuung überwiesen werden. Hierbei entscheidet jeweils immer die werdende Mutter, welche Untersuchungen oder Massnahmen sie letztendlich durchführen lässt, weshalb ein vertrauenswürdiges Verhältnis zum Arzt in der Schwangerschaft besonders wichtig ist.

Bei Risikoschwangerschaften können in Abhängigkeit von Befund und Anamnese zusätzlich zu den üblichen Vorsorgeuntersuchungen folgende indiziert sein:

  • Ultraschalluntersuchung (Sonographie): fetale Ultraschalldiagnostik zur Sicherung des Schwangerschaftsalters, Kontrolle des fetalen Wachstums bei Verdacht auf Entwicklungsstörungen des Babys, Überwachung einer Mehrlingsschwangerschaft, Kontrolle des Plazentasitzes bei nachgewiesener Placenta praevia, Kontrolle bei erstmaligen Blutungen innerhalb der Gebärmutter, bei Verdacht auf Lageanomalien ab der 36. Schwangerschaftswoche
  • Dopplersonographie: bei Verdacht auf fetale Wachstumsstörungen, schwangerschaftsinduzierten Bluthochdruck, Kontrolle des Zustands nach Fruchttod und Bluthochdruck während der Schwangerschaft, Auffälligkeiten bei der fetalen Herzfrequenz, begründetem Verdacht auf Fehlbildungen, unterschiedlichem Wachstum bei Mehrlingen, Plazentainsuffizienz
  • Sonographie mittels B-Mode: bei wiederholten Blutungen der Gebärmutter, gestörter Frühschwangerschaft, Frühschwangerschaft bei liegendem Intrauterinpessar (Spirale), Gebärmuttervergrösserung durch mehrere Myome (Uterus myomatosus) und Zysten oder solide Geschwulste der Eileiter oder Eierstöcke (Adnextumor), zur Muttermundmessung bei Verdacht auf Muttermundschwäche, nachgewiesenem vorzeitigem Blasensprung und/oder Wehentätigkeit, zur Verlaufskontrolle bei bestehender fetaler Anomalie oder Erkrankung, Verdacht auf vorzeitige Plazentaablösung, Kontrolle bei gestörtem Geburtsverlauf
  • Tokographische Untersuchungen (Herzton-Wehenschreiber): vor der 28. Schwangerschaftswoche bei bestehendem Verdacht auf eine vorzeitige Wehentätigkeit und bei Wehenhemmung durch Medikamente, ab der 28. Schwangerschaftswoche bei festgestellten Herztonveränderungen
  • Amnioskopie (Fruchtwasserspiegelung)
  • Amniozentese (Fruchtwasseruntersuchung)
  • Chorionzottenbiopsie (Mutterkuchenpunktion)

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