Gebärmutterkrebs - Medizinische Experten

Gebärmutterkrebs, auch Endometriumkarzinom genannt, gehört zu den häufigsten Krebsarten – eine von vier von Krebs betroffenen Frauen erkrankt daran. Die bösartige Tumorerkrankung des Gebärmutterkörpers tritt vorwiegend bei Frauen nach den Wechseljahren auf. Mehr als die Hälfte erkrankt erst nach dem 60. Lebensjahr. Doch auch jüngere Frauen sind vor Gebärmutterkrebs keineswegs sicher – wenn auch die Wahrscheinlichkeit wesentlich geringer ist. Laut Statistik kommen jedes Jahr rund 12.000 Frauen hinzu. Grund genug, sich etwas näher mit der Erkrankung zu befassen und wachsam zu sein. Denn – früh genug erkannt und behandelt – hat Gebärmutterkrebs durchaus gute Heilungschancen.

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Gebärmutterkrebs - Weitere Informationen

Was ist Gebärmutterkrebs?

Die Gebärmutter (Uterus) ist ein Hohlorgan und besteht aus Korpus und Gebärmutterhals. Am Ende des röhrenförmigen Fortsatzes befindet sich der Muttermund – er bildet den Übergang zur Scheide. Im Unterschied zu anderen Krebsarten entwickelt sich Gebärmutterkrebs nicht aus dem Muskelgewebe, sondern aus den Zellen der Schleimhaut.

Das sogenannte Endometrium kleidet die Gebärmutter vollständig von innen aus und erneuert sich mit jeder Regelblutung. Mediziner bezeichnen die Erkrankung daher auch als Endometriumkarzinom. Andere Bezeichnungen für Gebärmutterkrebs sind Uteruskarzinom und Korpuskarzinom. Das Uteruskarzinom ist nicht mit dem Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) zu verwechseln. Beide Krebsarten unterscheiden sich wesentlich in Früherkennung und Therapie.

Welche Symptome verursacht Gebärmutterkrebs?

In der Anfangsphase treten keine erkennbaren Symptome auf. Deshalb bleibt Gebärmutterkrebs im Frühstadium oft unerkannt. Erst im weiteren Verlauf zeigen sich erste Anzeichen, die auf eine Krebserkrankung hindeuten können. Dazu gehören vor allem ungewöhnliche Blutungen. Dies können Blutungen ausserhalb der Menstruation oder nach den Wechseljahren sein. Aber auch bei aussergewöhnlich langen oder starken Blutungen, Schmierblutungen oder eitrigem Ausfluss gilt es, wachsam zu sein.

Zwar steckt nicht immer eine Krebserkrankung dahinter, doch ist es ratsam, die Symptomatik von einem Gynäkologen abklären zu lassen. Seltener gesellen sich Schmerzen im Unterbauch oder Rücken sowie in der Beckengegend hinzu. Im fortgeschrittenen Stadium ist häufig auch Scheide, Enddarm oder Blase betroffen. Hier zeigen sich Beschwerden wie Blutungen aus dem Darm oder der Blase und es treten vermehrt Harnwegsinfekte auf.

Wie stehen die Heilungschancen bei Gebärmutterkrebs?

Wird die Erkrankung frühzeitig entdeckt und behandelt, stehen die Heilungschancen sehr gut. Statistiken erfassen einen Zeitraum von fünf Jahren und ermitteln die sogenannte "Fünf-Jahres-Überlebensrate". Bei Gebärmutterkrebs sieht die Prognose überaus positiv aus. Rund 80 Prozent der betroffenen Frauen haben den Krebs nach fünf Jahren besiegt. Die Prognose verschlechtert sich deutlich, wenn sich bereits Tochtergeschwülste (Metastasen) gebildet haben. Die Metastasen siedeln sich häufig in Lunge und Knochen an und sind schwierig zu behandeln.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die moderne Krebsmedizin (Onkologie), insbesondere die gynäkologische Onkologie, bietet zur Behandlung von Gebärmutterkrebs verschiedene Therapieansätze, die abhängig vom Stadium der Erkrankung sind.

Operation bei Gebärmutterkrebs

Derzeit ist eine Operation im Rahmen der Onkologischen Chirurgie die Behandlungsmethode der Wahl, da sie die besten Heilungschancen verspricht. Bei der sogenannten Hysterektomie entfernt der Chirurg Gebärmutter, Eierstöcke und Eileiter sowie die im Becken sitzenden Lymphknoten. Hat sich der Tumor bereits über die Gebärmutter hinaus ausgebreitet, wird der Operateur auch umliegendes Gewebe und Teile des Scheidengewölbes mit einbeziehen. Meist kann bei diesem chirurgischen Eingriff das erkrankte Gewebe vollständig entfernt werden. Mitunter schliesst sich eine Strahlentherapie an. Sie eliminiert eventuell verbliebene Tumorreste und sorgt dafür, dass die Krebsgeschwulst nicht erneut auftritt.

Strahlentherapie bei Gebärmutterkrebs

Eine Bestrahlung stellt in erster Linie eine postoperative Massnahme dar. Zwar kann eine Strahlentherapie im Frühstadium Erfolg versprechen, doch bietet eine Operation die bessere Prognose. Deshalb ist eine Bestrahlung eher in Verbindung mit einer Operation sinnvoll – es sei denn, eine chirurgische Behandlung ist nicht möglich. Eine Strahlentherapie zielt vor allem darauf ab, die Neubildung eines Tumors zu unterbinden. Sie kommt aber auch zum Einsatz, wenn der Tumor nicht vollständig entfernt werden konnte oder das Scheidengewölbe bereits in Mitleidenschaft gezogen ist. Hier verbessert eine gezielte, lokal begrenzte Bestrahlung die Heilungsaussichten. Die Bestrahlung erfolgt über einen in die Scheide eingeführten Applikator oder auch von aussen.

Chemotherapie bei Gebärmutterkrebs

Besteht ein hohes Rückfallrisiko, kommt bei Gebärmutterkrebs die Chemotherapie als ergänzende Behandlung zu OP und Bestrahlung zum Tragen. Im fortgeschrittenen Stadium kann sie zur Bekämpfung von Tochtergeschwülsten (Metastasen) sinnvoll sein.

Hormontherapie bei Gebärmutterkrebs

Durch die Gabe des weiblichen Geschlechtshormons Gestagen lässt sich das Tumorwachstum zwar etwas bremsen, doch verspricht eine Hormontherapie keine Heilung. Sie kann daher nur als begleitende Massnahme für andere Therapieformen gelten. In Einzelfällen ist die Hormontherapie eine Option für jüngere Frauen im Frühstadium, die unbedingt Kinder haben möchten. Meist wird die Gebärmutter dann nach der Entbindung entfernt.

Welche Ursachen hat Gebärmutterkrebs?

Bei der Entstehung greifen verschiedene Faktoren ineinander, die noch nicht vollständig geklärt sind. Klar ist, dass die Erkrankung vor allem mit dem weiblichen Geschlechtshormon Östrogen und seinem Einfluss auf die Gebärmutterschleimhaut zusammenhängt. Das Hormon wird in den Eierstöcken, aber auch im Fettgewebe produziert.

Im weiblichen Zyklus spielen sowohl Östrogen als auch das Gelbkörperhormon Progesteron, das zu den Gestagenen gehört, eine entscheidende Rolle. Beide Hormone übernehmen verschiedene Aufgaben, die sich ergänzen. Das Progesteron ist dafür verantwortlich, dass sich die oberen Schichten der Schleimhaut bei der Regelblutung ablösen, wenn keine Befruchtung stattgefunden hat. Das Östrogen dagegen sorgt dafür, dass sich die Gebärmutterschleimhaut nach der Menstruation wieder neu aufbaut.

Mit dem Eintritt in die Menopause kommt es im weiblichen Organismus zu grundlegenden hormonellen Veränderungen. Die Eierstöcke stellen die Produktion der Hormone ein – die Regelblutung bleibt aus und die Gebärmutterschleimhaut erneuert sich nicht mehr. Dadurch kann sich die Schleimhaut übermässig verdicken. Bei der Neubildung von Gewebe kommt es mitunter zu einer Mutation, bei der sich einzelne gesunde Zellen in Krebszellen verwandeln.

Welche Risikofaktoren begünstigen Gebärmutterkrebs?

Da auch Fettgewebe Östrogen produziert, gelten übergewichtige Frauen nach den Wechseljahren als besonders gefährdet. Das weiterhin vorhandene Östrogen übt einen zusätzlichen Wachstumsreiz auf die Gebärmutterschleimhaut aus. Ebenfalls gefährdet sind Frauen, deren Körper über einen sehr langen Zeitraum Östrogen produziert hat. Dazu gehören Frauen mit sehr früh einsetzender Regel und spät beginnender Menopause. Frauen, die über längere Zeit die Pille eingenommen haben oder mehrfach schwanger wurden, sind dagegen weniger gefährdet. Auch Alter und genetische Faktoren spielen bei der Entstehung von Gebärmutterkrebs eine Rolle.

Gibt es eine Möglichkeit der Vorsorge?

Leider gibt es keine Vorsorgebehandlung, die gegen Gebärmutterkrebs schützt. Eine Vorsorgeimpfung gegen humane Papillomviren, die Schutz vor Gebärmutterhalskrebs bietet, ist bei Gebärmutterkrebs unwirksam. Die beste Form, der Krebserkrankung den Kampf anzusagen, ist die Früherkennung. Deshalb empfehlen Fachärzte regelmässige Vorsorgeuntersuchungen beim Gynäkologen.

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